Folge 20 - Freundschaft
Shownotes
Was haben 80.000 Jugendliche im Pariser Stade de France, eine Ausstellung im Frankfurter Städel und der Filmklassiker Harry und Sally miteinander zu tun? Sie alle führen zu Maria Magdalena – und zu der Frage, was echte Freundschaft im Leben eigentlich ausmacht.
In dieser Folge wird es bei Christian und Christian richtig persönlich: Ausgehend von der faszinierendsten Frau des Neuen Testaments teilen die beiden ihre ganz eigenen Erfahrungen und Einsichten. Sie sprechen über Freunde, die in schweren Zeiten zur rettenden Medizin wurden, über Schönwetterfreunde und über die alte Frage: Geht tiefe Seelenverwandtschaft zwischen Mann und Frau wirklich, ohne dass der Sex dazwischenfunkt? Und wie lebt Christian als zölibatärer Priester und Jesuit Freundschaften zu Frauen im Alltag – wo liegen die Chancen, wo die Grenzen?
Gemeinsam schauen die beiden darauf, wie bodenständig und nahbar Jesus Beziehungen gelebt hat: vom nächtlichen Brotleihen bei Nachbarn bis zu den Tränen um seinen verstorbenen Freund Lazarus. Mit Ordensgründer Ignatius von Loyola entdecken sie einen erstaunlich einfachen Schlüssel zum Glauben: mit Gott im Gebet ganz unkompliziert auf Augenhöhe zu sprechen, wie mit einem guten Freund.
Am Ende landen sie am Ostermorgen bei einem der stärksten Sätze der Bibel: „Halt mich nicht fest!“ Warum echte Liebe nicht klammert, wie befreiend das Loslassen sein kann – und warum genau darin echter Grund zum Aufatmen liegt.
Die besagte Ausstellung:
Städel Museum Frankfurt - "Maria Magdalena. Sin. Pray. Love.“
Hier die Bücher, von denen Christian Modemann SJ erzählt:
Matteo Ricci, Über die Freundschaft. Erstdruck Peking 1601, übersetzt und mit einer Einführung herausgegeben von Michael Sievernich, Glaukos 2022, 164 Seiten, € 24,80
Rudolf Schnackenburg, Freundschaft mit Jesus. 2. Aufl. Herder, Freiburg 1995, antiquarisch.
Transkript anzeigen
00:00:00: Was haben Achtzigtausend Jugendliche im Start de France und eine aktuelle Ausstellung im Frankfurter Städel gemeinsam?
00:00:08: Sie alle führen zu Maria Magdalena.
00:00:10: Wir sprechen heute über die faszinierendste Frau des neuen Tastaments, darüber was ihre Nähe zu Jesus uns über das seltenste und kostbarste überhaupt lehrt – echte Freundschaft!
00:00:29: Mein Name ist Pater Christian Modemann ich bin Jesuit-Priester Lehrer hier in Hamburg
00:00:33: Und ich bin Christian Busemann, Journalist und Autor fürs Fernsehen.
00:00:37: Wir sprechen wie immer über das Glaubensteam ausgehen von unseren eigenen Erfahrungen und Fragen aus dem Alltag.
00:00:42: Bevor wir starten stellen wir diese Folge unter einen guten Segen.
00:00:45: Christian du hast ein Gebet herausgesucht.
00:00:49: Du lädst uns ein und wir beten alle mit.
00:00:51: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
00:00:55: Amen!
00:00:56: Gott Tag für Tag trägst du die Welt und nährst sie Und tiefer als wir wagen, uns vorzustellen bist du überall zugegen wohin wir gehen.
00:01:05: Wir danken dir für deine Gegenwart wie so verborgen und verwundbar ist, so treu und tätig!
00:01:12: Wir glauben an ein Leben aus dir sowie wir leben vom Brot – wie wir hungern und dürsten nachfrieden.
00:01:19: Amen.
00:01:19: Ammen.
00:01:22: Sehr schönes Gebiet?
00:01:24: Wir sind hier in dem Gebet sehr nah mit Gott also fast nebeneinander die ganze Zeit.
00:01:32: Ist das schon so ein Link in Richtung Freundschaft mit Gott?
00:01:36: Ich glaube, dafür habe ich es herausgesucht.
00:01:38: Das Freundschaft was mit der Gegenwart des anderen oder der Anderen zu tun hat die nicht immer sozusagen eine Gegenwart direkt vor Ort sein muss sondern ich kann mit einem Freund oder einer Freundin innerlich verbunden sein obwohl sie oder er nicht am Tisch sitzt weil wir eine Geschichte miteinander teilen weil es Erfahrungen gibt die uns miteinander verbinden.
00:02:02: Und es braucht schon immer wieder dann den Austausch und die Begegnung, auch die konkrete reelle Erfahrung.
00:02:09: Und trotzdem ist Freundschaft eben nichts was aufhört wenn der Freund mal nicht gerade da ist?
00:02:14: Ja
00:02:14: das kennt man ja von seinen Freunden mit denen man irgendwie vielleicht studiert hat.
00:02:17: Dann spricht man sich doch aufgrund von Familie Arbeit irgendwie einmal im Jahr und dann setzt man trotzdem irgendwie an bei dem Typen bei der Art und Weise miteinander umzugehen, wie man sich zuletzt irgendwie verabschiedet hat.
00:02:32: Und man schwingt sofort auf einem Level oder?
00:02:35: Also das geht mir ganz oft.
00:02:36: so habe ich gerade tatsächlich erst erfahren wieder alten Freund die mich jetzt jahrelang nicht telefoniert hab und wir haben gesprochen und es war Als hätten wir uns der letzte Woche noch gesehen.
00:02:49: Das ist was sehr Besonderes!
00:02:51: Ich hab dann manchmal ein schlechtes Gewissen, wo ich jetzt gerade an die Menschen denke, dem mir einfallen gute Freunde aus.
00:02:57: Schulzeiten aus Fahrtfinder-Zeiten, wo ich denke, Mensch, ich wollte mich die ganze Zeit schon mal melden und noch mal anrufen.
00:03:03: Das sind auch so Begegnungen ein oder zweimal im Jahr nur.
00:03:06: Und trotzdem sind sie mir sehr wertvoll.
00:03:08: Wenn nicht an Freunde denken, dann sind das diese Menschen vor allem auch an dich.
00:03:12: Ja, geht mir auch so.
00:03:13: Ich hab oft schlicht gewisse Grüße gehen raus an dieser Stelle, an unsere Freundinnen und Freunden.
00:03:19: Aboro-Freundin!
00:03:21: Also wir reden heute über eine Frau, die gerade eine erstaunliche Renaissance erlebt.
00:03:25: Ende September war ja ... Papst Leo in Frankreich.
00:03:29: Achtzigtausend junge Menschen bei der Vigil, im Start de France und an der Spitze der Heiligen Frankreis war Maria Magdalena.
00:03:38: Gleichzeitig wird mit ihr das Städelmuseum in Frankfurt gerade eine große Show.
00:03:42: Ich hatte das gützlich tatsächlich im Radio gehört.
00:03:45: Und wie begeistert die Menschen dort auch sind?
00:03:47: Das geht auch noch bis Januar ist die.
00:03:49: Die läuft jetzt bis Janua.
00:03:50: noch vier Fragen stehen da für mich im Raum.
00:03:53: Ich hab mir die mal hier notiert.
00:03:55: Vielleicht können wir die ja heute bearbeiten, pass auf!
00:03:57: Wer war Maria Magdalena wirklich?
00:04:00: Jenseits der Kirchenklischees?
00:04:02: Da wirst du sicherlich eine Antwort drauf haben.
00:04:06: Geht echte tiefe Freundschaft zwischen Mann und Frau eigentlich... Ist das oberensetzbar?
00:04:12: Ist das praktizierbar?
00:04:13: Das ist eigentlich die alte Harry & Sally Frage für alle, die den Film kennen also platonische Liebe zwischen Mann oder Frau ist es drin?
00:04:21: Wie befreundet man sich mit Gott?
00:04:23: Und was sagt der Jesuitengründer Ignatius an dich dazu?
00:04:26: und warum heißt er Schlüssel echter Liebe.
00:04:29: am Ostermorgen ausgerechnet, halt mich nicht fest.
00:04:33: Das ist ein Programm.
00:04:34: Wir haben bisher noch nie so gemacht, dass wir uns vorher so genau überlegt haben, welche Themen vorkommen sollten.
00:04:40: Aber vielleicht kann das die Hörer ja auch mitnehmen und ein bisschen strukturieren.
00:04:44: So ein großes Thema!
00:04:45: Es ist wirklich sehr fasziniert.
00:04:46: Maria Magdalena kommt in der Bibel an so vielen Stellen vor.
00:04:50: im neuen Testament in den Evangelien – in allen vier Evangelien wird sie als eine der wichtigen Jüngeren Jesus genannt als eine der Frauen, die mit Jesus unterwegs waren.
00:05:02: Relativ von Anfang an.
00:05:03: sie kommt aus Magdala.
00:05:05: das ist ein Ort am See Genitzaret genau also da wo jesus angefangen hat mit seiner Verkündigung im Alter von etwa dreißig Jahren und dort ist sie relativ früh eben als Eine der Menschen erlebt genannt Die mit jesus dann auch umhergezogen sind.
00:05:22: das heißt sie scheint eine allein stehende frau gewesen zu sein Bis zum Ende bei Jesus war, am Kreuz wird sie in mehreren Evangelien genannt mit anderen Marias.
00:05:33: Manchmal kommt man mit den Marias durcheinander ... Völlig!
00:05:36: Ja ja, welche jetzt genau?
00:05:38: die Mutter oder Schwester von wem ist?
00:05:40: und so weiter aber bei ihr ist es relativ klar.
00:05:42: also diese Maria von Magdala war bis zum ende bei Jesus Und wird dann sogar als eine der ersten Zeuginnen Der Auferstehung genannt.
00:05:52: Das ist sozusagen das was wir aus der Bibel über ihre Person direkt entnehmen kann.
00:05:58: Und war die erste Begegnung nicht, dass Jesus aus ihr Dämonen getrieben hat?
00:06:05: Genau das ist im Lukas.
00:06:06: Evangelium wird das im Rückblick erzählt.
00:06:09: Maria Magdalena Das war diejenige aus der Jesus sieben Dämonen ausgetrieben hat.
00:06:14: Das kommt nur bei Lukas vor und es scheint eine Frau gewesen zu sein, die wie viele andere von Jesus eine Heilung erfahren hat.
00:06:21: Sieben Dæmonen ist natürlich jetzt schon ne Menge.
00:06:24: da kann man sich irgendwas darunter vorstellen.
00:06:26: Und das haben spätere Leser des Evangeliums dann auch getan.
00:06:30: Die haben sich unter den sieben Demonen sehr viel vorgestellt also vor allem sexuelle Sünden Spätestens bei Gregor dem Großen in der Erklärung zu den Evangelien mit der Prostituierten gleichgesetzt, die Jesus die Füße gesalbt hat.
00:06:46: Das ist nicht notwendig so von den Evangelientexten und viele neue Exegeten oder Theologen sagen man müsste da eben auch deutlicher unterscheiden.
00:06:56: Die Kirchenklischees, die du angesprochen hast, mischen das eben miteinander und stellen sie eben in dieses Licht was von den Texten her nicht so gegeben
00:07:07: ist.
00:07:08: Ich hab jetzt ein paar Bilder gesehen, die da im Städel zu sehen sind.
00:07:13: und da wird vor allen Dingen auch mal darüber gesprochen dass Maria Magdalena bei ihr wurden auch immer die vollen und offenen Haare gezeigt.
00:07:21: also man hat sie tatsächlich auch schon anders dargestellt als Frau und auch immer schon so bisschen verführerisch an der einen oder anderen Stelle.
00:07:28: das heißt es wirklich doch mit vielen auch so durchgegangen Ja, dann über Jahrhunderte tatsächlich immer so dargestellt haben.
00:07:37: Das kommt eben auch aus dieser Geschichte von der Frau, die als Sünderin ihm die Füße trocknet mit ihren Haaren?
00:07:43: Genau!
00:07:43: Deshalb hat sie lange Haare gehabt.
00:07:46: und dann wird noch komplizierter, dass sie manchmal mit der Schwester von Lazarus in eins gesetzt wird also... Die mit Martha!
00:07:53: ...die mit Martha genau Maria und Martha.
00:07:55: da wird diese Maria zu der Samaria Magdalena das scheinen alles unterschiedliche Tatsächlich Personen gewesen zu sein.
00:08:03: Wie die genau ausgesehen haben, ist nicht so ganz klar aber Maria Magdalena war schon eine besondere Frau.
00:08:09: also das wird in den Evangelien schon deutlich.
00:08:12: und sich dann zu überlegen was ist es besonder bei Maria Magdalena gewesen dass sie so eine enge Beziehung zur Jesus hatte.
00:08:21: Das eine sind die Kirchenklischees.
00:08:23: Und das andere sind dann die Klischees in modernen zeitgenössischen Roman, wie bei Dan Brown im Sacrileg.
00:08:30: Da wird ja dargestellt, dass sie ein Beziehung gehabt haben sollen Maria und Jesus.
00:08:36: Da gibt es viele Fantasien, die da irgendwie in sie hineingetragen werden.
00:08:40: Wer war diese Frau wirklich?
00:08:42: Gut okay, das bietet sich auch so gut an ... Bei einer mysteriösen Person, die ja noch die Erste am Grab ist vor allem am leeren Grab Beziehungsweise die als erstes dann Jesus nach der Wiederauferstehung trifft und dann ja dachte, es sei der Gärtner.
00:08:59: Das ist ja... Ich muss mich jedes Mal so lachen, weil ich auch jetzt da ein paar Bilder gesehen hab, gibt ja tatsächlich Bilder ganz ... Die jetzt auch, ich glaube bei denen in der Städel-Ausstellung sind wo Jesus dann auch so irgendein Gartengerät in der Hand hält und Maria trifft.
00:09:18: Aber Jetzt war der Papst ja nun in Frankreich.
00:09:21: Und Maria, Magdalena und Lazarus gelten als Frankreismissionare.
00:09:27: Das heißt also bis heute pegern Menschen nach Saint-Bôme in der Provence?
00:09:33: Was spricht denn jetzt Achtzigtausend Jugendliche im Jahr zwei Tausend sechsundzwanzig an dieser Frau, an dieser Lebensgeschichte noch an?
00:09:41: ist es dieses Mysterium?
00:09:43: was kann das sein dass die sagen Die finde ich so spannend.
00:09:47: Ich pege jetzt mal in den Ort!
00:09:50: Also erstmal die Frage war sie wirklich in Frankreich als Missionärin?
00:09:54: Es gibt diese Legende eben, die im Mittelalter auftaucht dass sie in einem Boot mit Lazarus und anderen direkt nach Pfingsten sozusagen also noch im ersten Jahrhundert nach Frankreich gesegelt ist und dort missioniert hat.
00:10:10: das lässt sich historisch Kaum belegen.
00:10:13: Es gibt erste Jünger und erste Gemeinden in Frankreich schon im zweiten Jahrhundert, also hundert Jahre nach dem Tod von Jesus.
00:10:21: das ist sehr früh.
00:10:23: Irenaeus von Lyon wird Bischof von Lyons als Nachfolger von einem anderen der dort eben schon Bischoff war.
00:10:30: Das heißt Da muss es schon eine gemeinde funktionierende Gemeinde mit Bischof gegeben haben.
00:10:37: Das ist nicht in ein, zwei Jahren zu machen.
00:10:38: das heißt man kann damit rechnen dass schon zu Beginn des zweiten Jahrhunderts irgendwie dort erste Christen waren und dann spätestens in der Mitte des Zweiten Jahrhundes eine größere Gemeinde da war.
00:10:50: und das ist früh früher als in anderen Teilen Europas missioniert wurde.
00:10:56: und deshalb wird Frankreich schon sehr früh als die älteste Tochter der Kirche bezeichnet.
00:11:03: Das hat Papst Johannes Paul II bei seinem Besuch in den Achtziger Jahren noch mal als Motto auch genannt, wo er dann an dem Flughafen ankam und dieses Wort sagte eben älteste Tochter Frankreichs, was hast du mit deinem Glauben gemacht?
00:11:19: Das war ein Moment wo sehr wenige in Frankreich zu dieser Papstmesse gekommen sind.
00:11:24: Der Glaube durchaus auch erschüttert.
00:11:26: offenbar war das kirchliche Leben Und von daher ist dieses Wort von der ältesten Tochter der Kirche nochmal aufgenommen.
00:11:34: Für mich verbindet sich das eben mit Maria Magdalena als eine der ältesten Zeuginnen, als einer der ersten Zeuginen der Auferstehung die den Glauben in Frankreich verkündet hat.
00:11:45: Für Franzosen ist es glaube ich einfach sehr wichtig dass sie lange schon mit dem christlichen Glaubem unterwegs sind.
00:11:52: und was bietet sich da an für eine Missionsgeschichte die dargestellt wird?
00:11:57: ... opulenten Aufführungen im Start.
00:12:00: Franz, ich weiß nicht ob du's gesehen hast mit Pferden und also Mertüren und Heiligen.
00:12:05: Und wie viele hundert Leute da mitgemacht haben bei diesem Theater-Schauspiel als der Papst?
00:12:11: Wahrscheinlich das Olympiativen die auch...
00:12:16: Also es war sehr beeindruckend gemacht.
00:12:18: Historisch kann man jetzt dann das ein oder andere nachfragen, aber darum geht es gar nicht sondern es geht um das Glaubenszeugnis der vielen die vor uns gelebt haben.
00:12:28: und dass war glaube ich die wesentliche Botschaft.
00:12:30: und da fängt man eben mit der Auferstehung an weil die Auferstärkung ist das wichtigste.
00:12:35: Paulus sagt wenn Christus nicht auferstanden ist dann ist das alles.
00:12:38: hier
00:12:38: können
00:12:39: wir gehen.
00:12:40: Und ich finde an Maria Magdalena spannend, dass ihr die Auferstehung ja nicht geglaubt wurde.
00:12:46: Also diese Szene mit dem Gärtner ist das eine.
00:12:49: in den anderen Evangelien wird das nicht so beschrieben wie genau sie Jesus erlebt hat?
00:12:54: Da wird von einer Erscheinung erzählt und dann geht's hier zurück und erzählt den Anderen von der Aufersteinung ... Sie glauben ihr nicht, beziehungsweise bei Markus.
00:13:04: Im ersten Markus-Schluss ist es dann so dass die Frauen sich untereinander sozusagen verabreden und sagen wir erzählen das keinem, sie fürchten sich so heißt es das weiter zu sagen.
00:13:14: also das ist so eine umstürzende erschreckende und erstmal unfassbare Botschaft Dass sie das gar nicht erst mal weitersagen, beziehungsweise dann wenn Sie es weiter sagen.
00:13:25: So ist es in den anderen Evangelien.
00:13:27: Erstmal dass alle für Geschwätz halten so ist das Wort Frauengeschwätz.
00:13:32: Auch die Emma aus Jünger erhalten das für Geschwez und gehen ja am nächsten Tag nach Emma aus diesem Weg.
00:13:38: bei Lukas diese Erzählung.
00:13:40: Und die hat etwas erlebt, dass sie nichts loslässt, Ja, gut.
00:13:45: Sie muss es dann doch loslassen, da werden wir nachher noch mal draufzukommen.
00:13:48: Aber dass sie so prägt, dass sie damit weitergehen kann trotz all dem, was sie erlebt hat ... Ich find das schon eine sehr faszinierende Frau, wenn ich mir sie so vorstelle.
00:13:58: also?
00:13:58: Und es passt natürlich irgendwie auch immer in die Erzählung, dass es wieder nicht irgendeine Frau ist sondern auch hier eine Person ist, die dann als Sünderin oder Büsserin dargestellt wird.
00:14:11: Dass sie diejenige ist, Wie der Auferstehung berichtet, oder?
00:14:16: Also es passt ja schon auch dann doch ganz gut hinein.
00:14:19: Genau eine Frau auf jeden Fall die geheilt wurde und Sünderin ist wie wir alle auch Sünder sind sicher.
00:14:26: also wie genau muss man ja nicht bestimmen.
00:14:28: aber Jesus war ein Freund der Zöllner und Sünde.
00:14:31: das hat man in Form geworfen.
00:14:33: Ja und Freundschaft mit jesus bedeutet eben nicht dass sind perfekte Typen sondern er isst.
00:14:39: der Freund der zöllne und sünder und da ist sie die erste Auserwählte.
00:14:44: Und das ist gar nicht so, dass das jetzt ... wenn man sie als Sünderin bezeichnet eben Sie klein machen soll.
00:14:49: Sondern im Grunde Sie großmachen soll, weil die Freundschaft mit Jesus deutlich macht.
00:14:55: Er hat sich den diesen Menschen zugewandt.
00:14:58: Freundschaft?
00:15:00: Freundschaft zwischen Mann und Frau.
00:15:02: Harry und Sally, das hab ich ja vorhin schon einmal gesagt.
00:15:06: Wie blickst du da drauf?
00:15:07: Können Mann oder Frau so befreundet sein ohne dass da irgendwas sexuelles dazwischen funkt?
00:15:14: Kannst
00:15:14: ja jetzt schlecht sagen.
00:15:17: Mich hat der Film damals sehr fasziniert und die Frage ist für mich tatsächlich immer noch da, ich hab damit als Jugendlicher, als junger Mann sehr gerungen, ich hatte einige Freundinnen, die ich dann aber irgendwie doch auch toll fand und mir mehr halt vorstellen können oder doch nicht ... Das finde ich gar nicht so leicht, weil ich bin jetzt nicht verheiratet und habe schon auf Freundinnen wo ich sagen würde das ist eine gute Beziehung.
00:15:42: Ich finde es immer leichter, wenn beide Seiten eine Lebensentscheidung getroffen haben.
00:15:49: Ja, wenn das so klar
00:15:50: ist ... Wenn's klar
00:15:50: ist?
00:15:51: Weil es eben doch manchmal ... Das muss ich sagen auch manchmal andere Gedanken gibt als die öffentliche Beichte.
00:15:59: Aber genau!
00:16:00: Dass wenn eine junge Frau attraktiv ist, dass sich irgendwie dann schon mal denke, aber sich dann klar zu machen, ich hab' eine Lebens-Entscheidung getrofft und sie hat eine Lebens entscheidend.
00:16:10: Dann ist das viel einfacher.
00:16:11: Ja, also wenn jemand verheiratet ist oder Onschwester ist.
00:16:15: Oder was auch immer.
00:16:18: Aber es gibt ja viele Menschen die miteinander befreundet sind ohne jetzt gleich in sexuellen Gedanken irgendwie zu verfallen und das ist ja auch gut.
00:16:27: Und das ist ein großes Geschenk!
00:16:29: Ich weiß nicht wie du das ...
00:16:30: ich kann dir nur beiflichten.
00:16:32: Ich finde es auch schön, wenn das einfach klar ist... und ich bin verheerert, dann habe drei Kinder.
00:16:41: Ich finde, du musst ja für ein sexuelles dazwischen funken.
00:16:46: Also für so eine auf der Frequenz unterwegs zu sein.
00:16:51: Musst du selber auf diese Frequenzen gehen?
00:16:53: Weil sonst kann gar nichts entstehen, sonst läuft alles ins Leere.
00:16:58: und in dem Moment wenn du für dich klar bist ... ist auch alles Weitere gar nicht möglich, meins sagt's.
00:17:06: Aber in dem Moment, wenn du selber ... In eine Unsicherheit bist und da grade so angesprochen fühlst, sagst, dafür halte ich alles hin?
00:17:19: Und gehst auf die Frequenz dann, ist das natürlich möglich?
00:17:21: Ist es nachvollziehbar?
00:17:22: Also, ich find' auch...
00:17:23: Es ist auch ne Entscheidung, meinst
00:17:25: du!
00:17:25: Genau, ich finde, es ist auch eine Entscheidung.
00:17:27: Ja.
00:17:28: Es is vieles was natürlich auch ... unbewusst abläuft.
00:17:31: Wir sind Menschen mit Leib und Seele, jeder merkt, wie er unterschiedlich auf bestimmte Leute reagiert, auf den Geruch, das Aussehen, die Stimme, so viele Dinge, auf die wir immer wieder reagieren.
00:17:45: Und ich merke schon auch gerade in der Freundschaft mit Frauen, dass es schon etwas Besonderes ist, weil oft eine andere Perspektive reinkommt, weil eine andere Sichtweise, eine andere Vorgehensweise ... mich auch bereichert.
00:18:00: Ich glaube schon, dass es dieses Gegenüber von dem die Bibel ja auch spricht, wenn sie von Mann und Frau spricht ... Auch in einer Freundschaft geben kann ohne das jetzt gleich eine eher ähnliche oder sexuelle oder was auch immer Beziehung wird.
00:18:15: Das ist eine der schönsten Verse eigentlich über das Verhältnis finde ich wie es Franz Rosenzweig übersetzt in Genesis Der Schaffung von Mann- und Frau, da schreibt er Sie sind sich gegenseitig zur Hilfe auch.
00:18:32: Das hat was, finde ich mit Freundschaft überhaupt zu tun?
00:18:35: Ich glaube, Freunde insgesamt zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich ergänzen und helfen.
00:18:42: Das könnte fast so eine Definition von Freundschaft sein, glaub ich ja.
00:18:46: Ich bin mit fast ausschließlich mit Frauen aufgewachsen.
00:18:50: Dementsprechend ist mir diese Perspektive auch sehr nahe.
00:18:54: Das heißt also ... In meinem Arbeitsumfeld arbeite ich sehr gerne mit Frauen zusammen.
00:18:59: Es fällt mir auch oftmals leichter, als mit Männer zu arbeiten.
00:19:03: Das ist ganz interessant, ne?
00:19:05: Die verschiedenen Formen der Liebe haben die Griechen ja schon irgendwie bedacht.
00:19:09: Da so ganz unterschiedliche Aspekte reingebracht und im griechischen gibt es eben für Liebe verschiedene Formulierungen oder Worte.
00:19:18: Der Eros das leidenschaftliche Begehren ... Und dann die Agape, diese selbstlose Liebe.
00:19:25: Die Charaktas, wie es dann im Lateinischen übersetzt wird?
00:19:29: Ich weiß nicht ob man alles immer so trennen kann ...
00:19:34: Nee!
00:19:34: Wahrscheinlich nicht.
00:19:36: Nee, das glaube
00:19:36: ich nicht.
00:19:38: Das ist schon schwierig.
00:19:40: Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es oftmals nicht funktioniert.
00:19:45: Wie würdest du das Ding bei Jesus und Maria Magdalena einschätzen?
00:19:50: Im Grunde genommen ist das doch... Du hast zwar gesagt, es ist ja viel über Maria Magdalena geschrieben worden.
00:19:54: Aber über das Verhältnis zwischen den beiden ... da kann man sich jetzt die Chosen angucken.
00:19:58: Auch da bleibt es irgendwie so, dass Maria Magdalena einer von den und jüngeren ist, die mit ihm ziehen.
00:20:05: Aber man hat eigentlich Walker keinen ... Es gibt eigentlich wenig bei Staffel fünf, wo ich jetzt bin.
00:20:11: Gibt's da wenig Berührungspunkte bis dato?
00:20:15: Und daher ist ja ... Wenn ich dir die Frage stelle, dann kannst du ja auch nur unken jetzt.
00:20:20: Genau!
00:20:20: Ich kann da nicht viel zu sagen aber dass Jesus zu bestimmten Jüngern und Jüngerinnen... Ich würde das jetzt mal so sagen, unabhängig vom Geschlechten, eine besondere Freundschaft hatte, eine innigere Freundenschaft ... Das ist in der Bibel schon beliebt.
00:20:35: also auf den Beaktabor nimmt er drei Jüngers mit Die, die ihm besonders nahe waren.
00:20:40: Es gibt das Johannes Evangelium wo ja Johannes sich selbst also der Autor immer als der Jünger den Jesus liebte bezeichnet.
00:20:49: es gibt im Ende vom Johannes Evangeliums diese Szene des Auferstandenen mit Petrus Der ihn fragt Liebst du mich?
00:20:57: Und Petrus kann auf diese Frage nicht richtig antworten.
00:21:01: und dann geht jesus sozusagen Mit seinen Formulierungen zurück Bis dahin, dass er sich auf das Niveau von Petrus begibt.
00:21:11: Er sagt ich hab dich lieb also Von dem liebst du mich wird ein.
00:21:15: hast Du mich denn lieb?
00:21:16: wenigstens sagen
00:21:17: ja
00:21:18: Jesus liebt.
00:21:19: offenbar ganz voraussetzungslos und eben selbstlos Und auch leidenschaftlich würde ich sagen
00:21:26: Ja
00:21:27: designen bis zum tot und Designen können das gar nicht so erwiedern in vielfacher hinsicht.
00:21:34: sondern Petrus, der ja auch verheiratet war und so.
00:21:37: Kann sich das vielleicht nicht vorstellen Jesus zu lieben?
00:21:40: Ja, das ist für ihn vielleicht irgendwie...
00:21:43: Da ist eine Denkblockade.
00:21:44: Weiß ich nicht.
00:21:45: Das ist jetzt mal eine Interpretation.
00:21:47: Der sagt doch Ich hab dich lieb!
00:21:48: Also diese Ebenen von Liebe die eben die Griechen da so angesprochen haben Die sind oft nicht ganz Trennungsscharf.
00:21:57: Und was isst wirklich Leidenschaftliche Liebe und was ist eine selbstlose Liebe?
00:22:02: Und gehört das Begehren da immer dazu oder nicht?
00:22:06: Also bei Jesus, glaube ich, ist es rein.
00:22:08: Das denke ich kann man annehmen aus dem wie er geschildert wird dass er jetzt nicht aus reiner Lust oder inneren Gewinn jemandem liebt sondern tatsächlich eine Freundschaft mit Leib und Seele Mit seinen Jüngern und mit einigen eben auf besondere Art und Weise pflegt.
00:22:27: Von all dem, was man sehen kann ist Maria Magdalena schon eine die ihm besonders nahe stand mit der er viel geteilt hat.
00:22:35: Ich habe ja hier etwas Tolles rausgesucht.
00:22:37: ein treuer Freund ist einer Art Schneide des Lebens steht im Buch Jesus Sirach.
00:22:42: aber er warnt auch vor Tischgenossen die ihn da Not abhauen.
00:22:47: Hast du in deinem Leben schon Freunde erlebt die sozusagen zur Medizin wurden und solche die dann doch die schönen Wetterfreunde geblieben sind?
00:22:56: oder bevor du ist, auch mal eine Frage wie man es definiert.
00:23:00: Wann ist das jetzt ein Freund und wann ist das Freundschaft?
00:23:03: Wo ist es noch einfach?
00:23:05: Ist sich durchaus sympathisch gewogen aber bleibt auf so einer kollegialen Ebene.
00:23:11: Also Freunde die zur Arznei werden Die gibt's schon weil man ja dann besonders in den Momenten wenn es einem nicht gut geht Wenn man krank ist im wörtlichen Sinn oder vielleicht auch im übertragenen Sinn der Hilfe bedarf, dann merkt man schon wo echte Freunde sind die eben nicht abhauen und sondern sich dann auch zuwenden.
00:23:32: Auch im Orden gibt es solche Freunde.
00:23:35: Ich erinnere mich als ich im Krankenhaus war und keinen Besuch empfangen konnte weil Corona war kam einige von weit her und standen dann einfach vor der Tür.
00:23:44: Und wir haben uns durchs Fenster zugewogen, ja?
00:23:47: Was für eine blöde Situation!
00:23:49: Und ein kleiner Gestus.
00:23:50: aber das sind so Dinge die sind mir noch in Erinnerung und die sind so etwas wie Arznei, obwohl es ne kleine Geste war.
00:23:57: Ja, es gibt auch viele Menschen wo ich dachte dass ist ne Freundschaft wo sich aber verloren hat ohne dass ich jetzt das Gefühl habe die sind abgehauen in schwierigen Situationen Aber wo einfach des nicht mehr weitergegangen
00:24:10: ist.
00:24:11: Ich weiß nicht, heute bezeichnet man ja viele als Freunde.
00:24:15: Wenn man bei Facebook irgendwie ...
00:24:17: Auch schon Freunde
00:24:17: sind das auch schon Freunde?
00:24:20: Wie viele Freunde kann man überhaupt haben?
00:24:22: Auf jeden Fall nicht so viele!
00:24:24: Ich denke die Freunde, die mit einem an der Seite stehen, einem zur Seite stehen... die du jederzeit anrufen könntest oder wie ich immer auch gerne sage wenn ich meine Kinder anvertrauen würde.
00:24:38: davon gibt's dann doch nicht viel.
00:24:40: Und es beschränkt sich das doch auf eine Hand
00:24:43: voll.".
00:24:44: Es war jetzt auch irgendwie komisch, wenn ich sage ja nö, hätte ich irgendwie so zwanzig Leute dich anrufen.
00:24:49: Das finde ich schon komisch!
00:24:51: Ich muss an einer Seite sagen weil du sagst die Kinder anvertrauen.
00:24:54: Es gibt eine Priesterstudie... über die Einsamkeit bei Priestern.
00:24:58: Und die Knackfrage sozusagen war, haben Sie jemanden der im Urlaub die Blumen für sie gießt?
00:25:04: Das muss ja noch nicht mal so ein Freund sein.
00:25:06: aber jemandem den ich in meine Wohnung lasse, dem mich einen Schlüssel anvertraue und ja, ein Teil ... Der Priester sagt nee hab' ich nicht, das ist dann schon auch...
00:25:16: Das kennt man doch nochmal ins Leben oben.
00:25:18: Die Rückseite
00:25:19: von Freundschaft ist halt auch Einsamkeit oft.
00:25:23: Kommen wir mal zum Herzstück!
00:25:24: Ja
00:25:25: Ich sitze ja hier mit einem Jesuiten zusammen.
00:25:30: Wie befreundet man sich denn mit dem Sohn Gottes?
00:25:32: Ignazis von Loyola schreibt in seinen Exerziezier Nummer drei und fünfzig, kannst du ihr eigentlich alle auswendig nehmen?
00:25:37: Nee!
00:25:38: Man solle im Gebet sprechen wie ein Freund mit einem Freund oder wie ein Knecht mit seinem Herrn.
00:25:44: Finde ich total gut nachvollziehbar.
00:25:46: Wie machst Du das persönlich?
00:25:48: Sitz Dir Jesus eher als Freund gegenüber oder eher innerlich auf die Knie?
00:25:54: Muss er nicht antworten.
00:25:55: Genau über die Frage hab ich auch nachgedacht, als wir das hier vorbereitet haben.
00:25:59: Freundschaft mit Jesus?
00:26:01: Es gibt ja Priester, die beten zum Beispiel in der Kirche.
00:26:04: auch darum bitten wir durch Jesus Christus unseren Freund und unserem Bruder.
00:26:09: Das ist nicht was im Messbuch vorgesehen ist aber vielfach kann man das hören Und es gibt andere Priester die betent.
00:26:15: Darum bieten wir durch jesus christus unsern herrn und unseren gott Der klassiker.
00:26:21: und beides is ja richtig Es ist ja nicht das eine Fallschuh und das andere richtig, aber es ist eine unterschiedliche Perspektive.
00:26:29: Und mir fällt auf, dass Ignatius das hier eben beides nebeneinander stehen lässt sowohl mit Jesus wie ein Freund mit einem Freund als auch wie ein Knecht mit einem Herrn.
00:26:42: Man kann nicht beides gleichzeitig haben glaube ich sondern nacheinander.
00:26:46: Und es gibt Zeiten in denen ich Jesus mehr als meinen Herrn als gegenüber Ansehe, tatsächlich ist das der größere Teil.
00:26:55: Und es gibt aber auch Momente wo ich ihn wirklich als Freund und Bruder ganz nah gegenüber ansehe.
00:27:03: Es gibt so eine schöne Übung die ich manchmal empfehle wenn man ins Gebet geht dass man sich zwei Stühle aufstellt nebeneinander einfach stellt und sich auf den einen Stuhl selber setzt.
00:27:14: Und sich vorstellt, Jesus sitzt neben einem auf dem anderen Stuhle.
00:27:17: Was würde ich ihm sagen?
00:27:19: Das ist diese Haltung von ein Freund mit einem Freund.
00:27:22: Ja.
00:27:22: Und das andere ist so wie du es beschrieben hast, dass ich eine Ikone mir nehme oder das Kreuz mich davor kniehe und deutlich auch den Unterschied wahrnehme zwischen seiner Lebenshingabe und meiner Lebenshingape.
00:27:36: Aber wie unterscheidet sich das ... Der Freund spricht mit einem Freund, dann ist es immer auf Augenhöhe und man sagt, das ist gerade so oder so.
00:27:45: Und was sagst du dazu?
00:27:47: Beim Knecht mit seinem Herrn ist es natürlich schon irgendwie anders.
00:27:51: Das ist ja vielleicht eher ein ganz höfliches.
00:27:55: Bitten um etwas könnte ich frei kriegen.
00:27:58: könnten Sie hier nicht nochmal bitte?
00:28:01: Das wäre doch toll.
00:28:02: Ist das möglich?
00:28:02: Ist es im Rahmen Ihrer Möglichkeiten, da bin ich in einer ganz anderen Art und Weise mein Gebiet fortzutragen
00:28:08: oder?
00:28:09: Exakt!
00:28:10: Und es geht.
00:28:11: beides würde ich sagen.
00:28:12: und es ist beides gut weil der Freund wir wissen dass Jesus alles erlebt hat was uns als Menschen bedrängt belastet bis hinein in den Tod.
00:28:23: er hat unsere Krankheit getragen Er hat unsere Sünden getragen er hat alles miterlebt Und er ist wirklich Mensch gewesen.
00:28:32: Also, der hat auch mal Langeweile, der hatte auch mal Müdigkeit... ...der hat auch Mal Frust und Depression vielleicht oder was auch immer erlebt.
00:28:40: ja?
00:28:41: Keine Ahnung!
00:28:42: Und er versteht es.
00:28:43: deshalb kann ich ihm das erzählen.
00:28:45: Das ist ja bei einem Freund so Gut nicht.
00:28:47: Jeder Freund hat alles schon miterlebt, aber es braucht ja so einen Anknüpfungspunkt in einem Gespräch wo ich sagen kann okay du weißt ungefähr worüber ich spreche auch wenn wir jetzt nicht alles genau mit erlebt hast.
00:28:58: das ist bei Freundschaft wichtig.
00:29:00: Wenn jemand da überhaupt keinen Einblick in dein Leben hat oder keine Ahnung sich dafür auch nicht interessiert dann brauchte ihm das auch nicht zu erzählen.
00:29:08: und oft ist es ja mit Jesus genauso wie mit einem guten Freund.
00:29:12: manchmal hilft er schon dass sie's erzählen können dass ich das Gefühl habe, mir hört jemand zu.
00:29:17: Ich kann es mal
00:29:18: loswerden.".
00:29:20: Das ist die eine Haltung im Gebete und die andere ist tatsächlich wie du es beschreibst eher eine Bittende, eine Fragende wo ich mir des Unterschieds bewusst bin und weiß, dass Jesus das kann.
00:29:35: Dass er das auch tun kann, dass er nicht irgendwie ohnmächtig ist mich da ins Leere laufen lässt.
00:29:44: Also es ist ja ein guter Herr, dem wir dienen.
00:29:47: Ja
00:29:48: und ich entscheide für mich selbst je nachdem wie mein Empfinden an dem Tag ist, wie das Geschehen in meinem Leben ist welche Rolle ich einnehme auf welcher Art und Weise ich mich an Gott wende?
00:30:03: Ist eine gute Frage.
00:30:04: könnte man mal drüber nachdenken habe ich noch nie so im
00:30:06: Film.
00:30:07: Aber ist es ja so weil du hast auch gesagt Du kannst dich nur erst mal für eine Haltung entscheiden.
00:30:12: Jetzt spreche ich mit Jesus wie mit einem Freund, und jetzt spreche Ich mit ihm wie ein Knecht mit seinem Herrn.
00:30:20: Aber das ist sozusagen nicht machbar in einem Gebet.
00:30:23: Sondern heute ist mein Tag so Und ich gehe ins Gebiet und merke für mich selber vielleicht auch zu Beginn des Gebets Ich bin eher in der Haltung jetzt und am zwei Tage später habe ich Vielleicht eine gehe ich auch selber.
00:30:37: es gibt ja tage du was auf und sagst Der Tag gehört mir.
00:30:40: Alles super, ich bin vor der Welle und hab das im
00:30:43: Griff.".
00:30:44: Und dann gibt es ja auch so die Tage, obwohl es ... Die sich gar nicht unterscheiden großartig.
00:30:48: Aber du selber für dich merkst irgendwie, ich kann eigentlich gar nichts in Poster-Syndroms.
00:30:53: Das ist auch nix.
00:30:55: Obwohl noch gar nix Großartiges passiert ist?
00:30:57: Dann gehst du vielleicht gleich mit so einer ganz anderen, fast Devotenhaltung ins Gebiet.
00:31:03: Ich bin nur klein.
00:31:04: So entwickelt sich das, glaub ich.
00:31:06: Das kann
00:31:06: sein!
00:31:06: Jetzt ist die Frage, welche Haltung passt jetzt zu welcher Stimmung, ob man dann nicht vielleicht gerade das andere sucht?
00:31:13: Also wenn man so down is', dass man nicht dann sich noch kleiner macht in die Knechtrolle geht sondern sich bewusst wird, dass man in Freundschaft mit Jesus lebt.
00:31:21: ja also ob das nicht dann auch vielleicht die Situation verändert und gerade bewusst auch die Entscheidungsreffen.
00:31:27: In jedem Fall würde ich nur ermutigen in die Beziehung mit Jesus zu kommen.
00:31:31: Ich glaube es ist der Kern des christlichen Glaubens Begegnen mir oft Leute, katholisch, evangelisch schon lange getauft und im Glauben unterwegs sogar Ordensleute die nur mit Gott sprechen als dem Gott der Liebe.
00:31:45: Gott Vater sozusagen wenn sie beten.
00:31:48: natürlich ist das auch für Jesus selbst der Bezugspunkt gewesen.
00:31:54: Wenn er seine Jünger lehrt dann sagt er sagt Vater unser Himmel Und dann lehrte er seine jünger zu beten.
00:32:00: Das ist die Grundhaltung des Betens, das ist ja überhaupt nicht die Frage.
00:32:04: aber ich glaube als Christen haben wir ein besonderes Geschenk dass wir uns eben auch an Jesus finden können und diese Freundschaft mit Jesus und durch Jesus und mit ihm diese Verbundenheit mit Gott zu leben Das ist, glaub ich, das was uns als Christen auszeichnet.
00:32:21: Und dass es nicht sekundär ... Ich wend mich an den Chef und hab mit Jesus nichts zu tun.
00:32:27: Das ist total verquerfändig.
00:32:29: Also, Jesus ist für uns der Mensch geworden, der Gott durch den wir unsere Beziehung unser Weg zu Gott sozusagen is durch Jesus Christus.
00:32:38: Und das wirklich auch zu versuchen und immer wieder ihn in die Mitte zu stellen und anzubeten... Das ist glaube ich das worauf Was in jedem Fall helfen kann, egal mit welcher Stimmung.
00:32:51: Ja ich hatte jetzt in der Woche habe ich nochmal hier und da mal so ein paar Einordnungen vom Tages-Evangelium gehört Und hat eine Einordnung gehört.
00:33:01: das ist mir so im Kopf geblieben weil Ich ja ne Zeit lang auch Mal mich Meditation beschäftigt hab und dass dann auch intensiv betrieben hab.
00:33:09: und dann fand ich ganz gut Was da derjenige sagte, meinte ... Das kann man nicht einfach alles so.
00:33:14: Vieles in seinem Leben kann man nur wegmeditieren und sagen, das habe ich jetzt
00:33:18: abgehakt.".
00:33:19: Das ist ja gerade das Schöne, dass wir die Möglichkeit haben etwas mitzunehmen und in den Dialog zu tragen.
00:33:26: Und das ist das, was ich auch unfassbar genieße.
00:33:30: Dass ich mit meinen Gedanken, dass ich lerne sie erst mal
00:33:37: zu
00:33:37: artikulieren in eine Art Liebendigkeit bringe und die vor Gott halten kann.
00:33:45: Dass ich das so ausgesprochen habe, und es liegt da ... Und manchmal ist es ja so dann würdet ihr dein Gewissen als würde dir etwas sagen oder mach' es doch so.
00:33:56: Dann geht auch mal so und dann ist es doch erst einmal ein Impuls!
00:33:59: Das kann ja jetzt betrachten wie man gerne möchte.
00:34:02: Ich finde es wahnsinnig bereichert.
00:34:04: Nicht, dass ich jemand absprechen möchte, der sagt, ich hab meditiert und bin richtig schön leer geworden.
00:34:09: Ich habe dreißig Minuten Stille, Leere, Wumme ... Und jetzt kann ich mir wieder die Dinge neu widmen und komme dann auf eine neue Idee, eine neue Eingabe.
00:34:18: Das geht natürlich genauso.
00:34:20: Mir nie gelungen!
00:34:21: Ich glaube, das ist das Besondere an der Freundschaft mit Jesus und vielleicht sogar dass was eigentlich Freundschaft auch auszeichnen.
00:34:27: Dass ich auch mit meinen Schwächen, mit meinen Fehlern in diese Freundschaft hineingehen kann.
00:34:33: Dass sich nicht perfekt sein muss!
00:34:34: Nicht immer eine schöne Fassade zeigen muss, nicht immer der Held sein muss sondern gerade in den Schwächen mich öffnen darf.
00:34:43: Das habe ich so oft schon erlebt auch unter Mitbrüdern.
00:34:46: Das war im Terziat, wo unser Terziatsmeister dann sagte in den Schwächen werden wir zu Brüdern und Schwestern wenn wir uns nicht immer nur in unserem Glanz darstellen sondern auch zugeben was uns nicht gelungen ist.
00:34:58: Und das finde ich bei Jesus wieder.
00:35:00: Wenn er sagt kommt alle zu mir die ermüdselig und beladen seid ja Wir dürfen mit unseren Schwächen und Fehlern mit dem was der Vergebung bedarf auch zu jesus kommen dann auch erquicken will dieses schöne Wort.
00:35:15: Ja, wie er uns lebendig machen will in dieser Freundschaft, weil da nichts Außenfrohen bleiben muss.
00:35:21: Ich wollte noch eine Sache ergänzen, wenn ich darf.
00:35:24: Eine faszinierende Erkenntnis auf die ich jetzt nochmal gekommen bin.
00:35:28: ein Jesuit Matheorici hat in Peking einen Buch über die Freundschaft geschrieben.
00:35:35: das ist auch übersetzt.
00:35:37: also er hatte es auf Chinesisch dem Kaiser gewidmet und übergeben.
00:35:42: Und hat darin hundert Zitate über die Freundschaft gesammelt, die er dann eben dem überhaupt nicht getauften, nicht christlichen Kaiser als Geschenk überreicht hatte und der hat es sehr geschätzt.
00:35:53: Matteo Ritchie ist bis heute in China verehrt.
00:35:57: Hat auch ein Grab dort was man noch besichtigen kann.
00:35:59: Ich bin nie da gewesen, da hab ich mir erzählen lassen.
00:36:03: Schön ist eben, dass er dieses Buch über die Freundschaft genommen hat und das lohnt sich so zu lesen.
00:36:10: Aber es ist tatsächlich ja der Schlüssel wie wir jetzt die ganze Zeit merken für die Beziehung mit Jesus.
00:36:16: Okay, soll man das alle lesen auf jeden Fall?
00:36:19: Da steht's drin.
00:36:20: Also ein ganz verschiedene Zitate von lateinischen Cicero und ich weiß nicht, also so alle möglichen Dinge die er gesammelt hat wo er sagt ja guck mal in allen Kulturen ja in allen Sprachen gibt es diese Vorstellung von Freundschaft.
00:36:35: Und erst wenn ich wirklich selber verstanden hab, was Freundschaft ist, kann nicht auch eigentlich Christ werden.
00:36:42: Weil das eine Freundschaft mit Christus ist.
00:36:44: Für mich ist es tatsächlich einer der schönsten Definitionen, was bedeutet Christsein-Freundschaft mit Jesus?
00:36:49: Da gibt's einen Buch von Rudolf Schnackenburg ... Es ist eine ganz einfache Formulierung, aber da steckt so viel drin.
00:36:55: Also es ist mir jetzt nochmal deutlich geworden mit diesem Matheorici.
00:36:58: Vielen Dank!
00:36:59: Das ist eigentlich ein Art zu missionieren, nicht mit dem Evangelium zu kommen sondern mit der Erfahrung zu kommen von Menschen, woran kannst du anknüpfen wenn du in die Beziehung mit Jesus eintreten willst?
00:37:11: Ja und du würdest das auch durchaus empfehlen dieses Matheoreti Buch?
00:37:14: Okay, sehr gut.
00:37:16: Wenn man mal schön gebunden ist ... Das
00:37:17: sieht sehr schön aus!
00:37:19: Können wir doch in die Show
00:37:20: Notes packen?
00:37:21: Genau.
00:37:21: Und
00:37:21: das andere Buch von dem du gerade gesprochen hast vom Schnackenburg?
00:37:24: Können auch in die show notes packen, genau.
00:37:26: Ist ein ganz kleines schon elteres Buch.
00:37:29: Jetzt noch eine Frage.
00:37:32: Die müssen wir natürlich ... Wir haben vorhin schon einmal über den Moment gesprochen.
00:37:36: Maria Magdalena kommt zum Grab und trifft den Auferstandenden.
00:37:42: Sie hält ihr für den Gärtner aber er ruft ihren Namen Und dann fällt dieser berühmte Satz, Noli me tangere halt mich nicht fest.
00:37:53: Warum sagt Jesus das in dem Moment wo man den besten Freund am liebsten ja nie wieder loslassen will?
00:38:02: Gute
00:38:02: Frage ne?
00:38:02: Genau!
00:38:03: Das ist natürlich die Frage, die wir vielleicht auch unseren Hörerinnen und Hörern mitgeben können.
00:38:08: was heißt es Loslassen in einer Freundschaft auch hier.
00:38:11: Es ist natürlich eine besondere Situation ob er das auf Kirchisch oder auf Arameisch gesagt hat, wahrscheinlich die Sprache so.
00:38:20: Er ist in einer anderen Lebensweise ... er ist ja nicht mehr in dieser Art und Weise leiblich gegenwärtig wie wir jetzt hier beide am Tisch sind.
00:38:30: Aber er ist durchaus leiblig anwesend.
00:38:32: Sie kann ihn sehen, sie kann ihn hören.
00:38:35: Sie könnte ihn vielleicht sogar anfassen aber das ist eben nicht gewünscht!
00:38:41: Es ist ja nicht nur dieses Fass mich nicht an, berühre mich nicht.
00:38:45: Weil er eben nicht mehr in dieser körperlichen Weise da ist Sondern es ist eben auch dieses halte mich nicht fest In dieser weise vielleicht wie du auch mich in Erinnerung hast.
00:38:59: Das geht ja auch bei freunden darum dass man nicht sie darauf festlegt wie sie vor zehn fünfzehn zwanzig jahren waren Ja sondern dass man auch anerkennt, dass sich Menschen verändern und trotzdem die Freundschaft bleibt.
00:39:13: Ja.
00:39:14: Bei Max Frisch gibt es diesen Buch in seinem Zitat, wenn man Menschen liebt, dass man am wenigsten sagen kann wie sie sind weil man sie eben nicht festlegt.
00:39:24: also bei Bekannten kann ich sagen der ist so oder der isso und er macht das immer so Und Freunde tragen in Sicht dieses Geheimnis des Menschseins und das trägt Jesus eigentlich jetzt hier auf eine neue Art und Weise gegenwärtig als der Auferstand in seiner Kirche lebendig.
00:39:40: Und sie darf das eben nicht in der Vergangenheit so festhalten, sondern in die Zukunft damit gehen?
00:39:46: Das könnte eine Weise sein, das zu verstehen
00:39:49: und vielleicht auch Freundschaft bezogen.
00:39:51: Freundschaft ist auch täglich ein neuer Entschluss zu dieser Freundschaft oder also ein neues Bekenntnis.
00:39:57: diese Freundschaft und es nicht irgendwo den anderen Versuchen festzuhalten in dieser Freundchaft, sondern basiert auf einer Freiwilligkeit Liebe, auf welcher Art und Weise immer darüber haben wir gesprochen.
00:40:10: Die man nicht erzwingen kann sondern wo sich beide freiwillig zu entscheiden und sagen das möchte ich aufrechterhalten die Person der Mensch ist mir wichtig.
00:40:18: Ich kann jemand nicht verpflichten mein Freund zu sein.
00:40:22: So machen was.
00:40:23: Nimmst du noch ein Worten fährst mit so für einen Moment des Durchatmens?
00:40:30: Das was du vorhin gesagt hast mit der Arznei dass Freundschaft wirklich auch eine Arzneis Und Heil, das nehme ich gerne mit dieser Stelle aus hier so Sierra.
00:40:38: Die können wir auch noch mal in die Show notes schreiben vielleicht.
00:40:41: Ja,
00:40:41: die ist schön und ich nehme das halt mich nicht fest mit.
00:40:43: Dass eine Freundschaft nicht an Tiefel verliert nur weil man die Hände eröffnet.
00:40:48: Das ist für mich ein Grund zum Aufwarten!
00:40:50: Ich danke dir!
00:40:51: Danke auch!
00:40:52: Guck
00:40:52: mal haben wir unsere vier Punkte doch abgearbeitet?
00:40:55: Ja wenn ihr jetzt ganz genau zugehört habt der hat jetzt immer einen Häkchen gemacht.
00:40:59: Wer noch Fragen hat kann uns sehr schreiben
00:41:01: Jederzeit.
00:41:02: Sehr gerne!
00:41:03: Alles Gute, tschüss!
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