Folge 19 - Berufung / LIVE-Podcast von der "Nacht der Kirchen 2026"
Shownotes
Was meinen wir eigentlich, wenn wir von „Berufung“ sprechen? Geht es um den modernen Coaching-Traum, in dem wir tief in unser Inneres horchen, um unsere Bestimmung wie einen verborgenen Schatz zu heben? Oder kommt ein echter Ruf immer von außen – ungeplant, sperrig und manchmal so unbarmherzig wie der Zeigefinger Jesu auf Caravaggios berühmtem Gemälde?
In dieser ganz besonderen Live-Ausgabe vor Publikum sprechen die beiden Christians - Christian Busemann und Pater Christian Modemann SJ - mit einem Mann, dessen Leben die Partitur mehr als einmal komplett gewechselt hat: Johannes Zehe. Er war Diplom-Musikpädagoge und Geigenlehrer, bevor er Theologie studierte und Priester wurde. Heute leitet er als Regens die Priesterausbildung im Erzbistum Hamburg – und wurde am 24. Juni von Papst Leo XIV. zum neuen Weihbischof ernannt.
Ein hochaktuelles, erstaunlich unklerikales und persönliches Gespräch über Dissonanzen im Lebenslauf, die Unterscheidung zwischen frommer Einbildung und echtem Ruf und die Frage, warum sich in der Bibel eigentlich fast jede und jeder erst einmal mit Händen und Füßen gegen die eigene Berufung gesträubt hat.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Ein Mann sitzt an einem Tisch und zählt
00:00:02: Geld.
00:00:03: Jemand zeigt mit dem Finger auf ihn, und er steht auf und geht mit.
00:00:07: Keine Bewerbung, keine Eignungsprüfung, keine Begründung!
00:00:12: Wir sprechen heute über Berufung.
00:00:15: Live bei der Nacht der Kirchen in einer Gebetskapelle neben dem Mariendurm – wir haben einen Gast, der in vier Wochen zum Bischof
00:00:22: geweiht
00:00:23: wird.
00:00:30: Mein Name
00:00:30: ist Pater Christian
00:00:31: Modemann,
00:00:31: ich bin Jesuit Lehrer-Priester hier in
00:00:33: Hamburg.
00:00:34: Und ich bin Christian Busemann, Journalist, Autor fürs Fernsehen und wir sprechen hier in unserem Podcast
00:00:39: wie immer
00:00:39: über Glaubensthemen ausgehend von unseren eigenen Erfahrungen heute allerdings nicht am gewohnten Ort.
00:00:45: Wir sind live in der Gebietskapelle neben dem Mariendom draußen ist nach der Kirche
00:00:49: und wir
00:00:50: haben Publikum.
00:00:51: schön dass sie alle da sind und wie bei uns so üblich ist wird vorab gebetet und die Folge unter einen guten Segen gestellt.
00:00:59: Christian hat wie immer ein Gebet rausgesucht, bitte alle gerne mitbieten!
00:01:03: Dann hat das Ganze noch mehr Kraft.
00:01:05: Christian, bitte.
00:01:06: Im Namen
00:01:06: des Vaters
00:01:07: und des Sohnes
00:01:08: und des Heiligen Geistes.
00:01:10: Amen.
00:01:11: Du der über uns ist, du der einer von uns isst, du Derist auch in uns, dass alle Dich sehen auch
00:01:21: in mir,
00:01:22: dass ich den Weg bereite für Dich dass ich danke
00:01:26: für alles,
00:01:26: was mir wieder fuhr.
00:01:28: Dass sich dabei nicht vergesse der anderen Not behalte mich in deiner Liebe so wie du willst das andere bleiben in der meinen.
00:01:38: Möchte sich alles in diesem meinem Wesen zu Deiner Ehre wenden und möchte ich nie verzweifeln denn Ich bin unter Deine Hand und alle Kraft und Güte sind in
00:01:48: Dir.".
00:01:56: Was war das für ein Gebet?
00:01:57: Es war ein Gebiet von Dag Hammarscheld dem UN-Generalsekretär,
00:02:02: der
00:02:03: ein bisschen älter ist.
00:02:04: Aber ein ganz besonderes Leben auch aus einer christlichen Motivation heraus, aus einer Berufung vielleicht könnte man sagen geführt hat und wichtige Impulse auf weltweite Ebene gegeben
00:02:17: haben.
00:02:18: Beruf muss unser Thema heute Abend bevor wir da tiefer einsteigen.
00:02:23: Herr Weihbischof Wir sind ja alle jetzt nicht in diesem Geschäft tätig wie Sie.
00:02:30: Wie wurden sie im Kenntnis gesetzt, dass sie weibisch aufwerden?
00:02:34: Also gibt es eine Mail, eine Postkarte und ein Brief aus dem Fatikaner?
00:02:41: Ja ich habe einen Anruf bekommen von der Nunziatur in Berlin und da zuckt man denn schon mal zusammen.
00:02:47: Das kommt ja nicht alle Tage vor mit der Frage ob ich den am nächsten Tag nach Berlin kommen könne Und ich dachte, nein.
00:02:58: Ich habe eine Beerdigung, da kann ich nicht so weg und vielleicht nächste Woche ... Da werde ich noch mal Luft für den Tag.
00:03:05: oder ist es was Dringendes?
00:03:06: Habe ich denn auch gefragt?
00:03:10: Oder haben Sie morgen Zeit in einer halben Stunde?
00:03:13: Ja gut das geht noch okay.
00:03:16: dann komme ich vorbei.
00:03:17: Denn der Geschäftsführer, der mich angerufen hat, der Nunzius war noch nicht wieder in dem Amt, ist nach Hamburg gekommen hat dann für eine halbe Stunde bei mir sehr eingekehrt und hat mir gesagt, dass der heilige Vater mich zum Weihbischof von Hamburg ernannt hat.
00:03:40: Ja das war schon eine Überraschung.
00:03:41: damit hatte ich auch nicht gerechnet und es ist ja schon so ein bisschen immer so ein Geheimnis was darum ist vielleicht vom Werde-Krank?
00:03:51: ist das hier mit dem Weihbestoff so geregelt, Richtung Rom, über den Nuncio schickt und der Nuncios holt sich dann Informationen ein.
00:04:03: Und gibt das denn weiter nach Rom?
00:04:07: Da im letzten sagt dann der Papst, der soll's machen!
00:04:12: Das wird dann zurückgemeldet... Ich habe mir da noch ein bisschen Bedenkzeit ausgebeten jetzt nicht lange aber man muss es doch nochmal verdauen.
00:04:24: Habe ich auch gekriegt und dann hab' ich ja gesagt Ich habe jetzt keine Gründe gefunden, die so wirklich dagegen sprechen.
00:04:34: Und wenn der Papst ja einen zum Weihbischof ernennt, da kann man schlecht ... Theoretisch kann man nein sagen aber praktisch muss man gute Gründe
00:04:46: haben.
00:04:48: Gott sei Dank!
00:04:49: Ja also das ist ja nicht deine erste Berufung sozusagen Du hast ganz am Anfang nach der Schule zunächst ein anderen Beruf gewählt und ausgeübt?
00:05:02: Ja, ich habe Geige gelernt.
00:05:05: Und das lief ganz gut an und da hat man sagt mitstudiert auch Geige und dann hab' ich geigestudiert in Berlin und habe das als Geigenlehrer abgeschlossen und bin denn auch in die Praxis gegangen, habe dann versucht kleinen Kindern das Geigespielen beizubringen – mit mehr-und-auch weniger Erfolg je nachdem!
00:05:26: Dann war habe ich mich beworben oder man muss ja mal probieren im Theater.
00:05:31: Ich wollte unbedingt auch ins Theater, ins Orchester und das hat dann auch geklappt.
00:05:35: in Strahlsund war ich dann unter Vertrag als Geiger im Orchester zwischendurch kamen.
00:05:42: Ich musste da vorhin noch einmal zur NVA zu also Werdienst noch leisten.
00:05:45: aber denn kam ich ins Theater und das ging gleich los.
00:05:49: es hat Freude gemacht also Operoperette Musical Konzert immer dabei zu sein und das mitzugestalten, das war richtig toll.
00:06:00: Und war auch eigentlich mein Traum was ich machen wollte gerade mit der Musik.
00:06:05: Das hat doch geklappt!
00:06:07: Und das habe ich dann auch bis neunzehnundneinundneunzig gemacht bevor ich mich denn auf den Weg gemacht hab um Priester zu werden.
00:06:16: Wie ist es heute mit der musik?
00:06:19: Ich mag Musik für mich vor allem zum Theater auch hingezogen, gehe sehr gerne ins Musiktheater.
00:06:28: Selber habe ich mich mehr gerade auch in meinem priesterlichen Weg hatte als Kaplan mit Jugendlichen zu tun und auch als Jugendfahrer und hab immer so Big Band Projekte gemacht also für einen Anlass hin jugendliche eingeladen Und die kamen auch immer aus dem ganzen Bistum je nachdem und dann haben wir ein Gottesdienst gestaltet oder ein kleines Programm, irgendwie eine Singerrunde.
00:06:55: Und da waren manchmal bis zu über dreißig Jugendliche dabei als Sänger aber vor allen Dingen auch als Instrumentalisten und ich habe das dann arrangiert und geleitet.
00:07:04: also das ist so meine wo ich die Musik auch nochmal weiter umsetze in der Praxis und jetzt muss man das mal sehen was da noch so möglich ist.
00:07:14: Bis vor einigen Jahren war es noch einige die das noch mit ihr gemacht haben in der Big Band
00:07:20: gespielt
00:07:20: haben Musik gemacht.
00:07:23: Meine Tochter hat in diesem Jahr Abitur gemacht und dann fing das große Rätselraten an, was sie denn jetzt wohl machen wird nach dem Abiturt.
00:07:34: Es ist jetzt auch ein Kind mit ganz vielen unterschiedlichen Begabungen.
00:07:40: aber es ist nicht so dass sie ihr Leben lang schon gesagt hat ich werde Ärztin oder Ich werde freischaffende Künstlerin oder sowas.
00:07:50: kein Plan Und die Diskussion ist auch jetzt immer noch im Haus.
00:07:54: Sie hat ja gerade das Abi gemacht, dementsprechend ist es auch noch so und da habe ich mit dich jetzt sozusagen über etwas gestolpert was sie sicherlich auch schon alle mal gehört haben Das ist dieses Iki-Gai Die Vierkreise.
00:08:09: Ich lese es mal vor und zwar... Das hat mir Kirche erst einmal überhaupt nichts zu tun, das war's schonmal vorab Wenn man das heute im Internet sucht, also wie man seine Bestimmung findet.
00:08:20: Also um jetzt irgendwie für sich selbst mal zu gucken was könnte ich dann machen?
00:08:24: Dann landet man ziemlich schnell bei vier Kreisen.
00:08:27: Das nennt sich Ichigai.
00:08:29: Kreis
00:08:30: eins
00:08:31: heißt Was liebst du?
00:08:33: Kreis
00:08:34: zwei
00:08:35: was kannst Du?
00:08:37: Kreise drei was braucht die Welt?
00:08:39: und kreis Vier wofür bezahlt man dich?
00:08:43: Das sind also die vier Kreise und da, wo sich alle vier überschneiden in der Mitte liegt angeblich die eigene Bestimmung.
00:08:52: So
00:08:52: das ist eine uralte japanische
00:08:54: Weisheit.
00:08:56: so heißt es.
00:08:57: aber das stimmt überhaupt nicht.
00:08:59: diese vier kreise hat ein spanischer astrologer gezeichnet und in der mittelstand ursprünglich einfach das wort
00:09:06: zweck.
00:09:08: Und aus dem Jahr ist es wiederum ein britischer Blogger, das Wort Zweck durch das Wort Ichigei ersetzt und so hat sich das dann eigentlich in Bewegung gesetzt.
00:09:19: Seitdem geht dieses Schaubild mit den vier Kreisen im Internet mal
00:09:23: nachschauen,
00:09:24: geht um die Welt und das wird ständig in irgendwelchen teuren Coachings gezeigt und die Coaches tun dann mal so, als hätten sie das erfunden oder so.
00:09:35: Dann kriegt man das präsentiert!
00:09:37: Was Ikigai in Japan
00:09:38: wirklich
00:09:39: bedeutet, hat
00:09:39: eine japanische
00:09:40: Psychiaterin dann in den sechziger Jahren beschrieben.
00:09:44: Das ist das Gefühl für das was das Leben wirklich lebenswert macht also
00:09:50: die kleinen
00:09:50: Dinge.
00:09:51: Also meistens findet man das ikigai wirklich in den kleinen Dingen.
00:09:54: Der Morgenthe im Garten oder überhaupt im Gartensein der Sonnenaufgang.
00:10:02: Das hat mit Bezahlungen erst mal so überhaupt nichts zu tun.
00:10:06: So gelesen habe ich das Ganze in einem Artikel in der Zeit.
00:10:09: Das war Ende August, in Christ und Welt.
00:10:12: Tobias Hürler hat das geschrieben Und ein Gedanke daraus gibt mir seitdem nicht mehr so richtig aus dem Kopf.
00:10:18: Früher hat man von außen gerufen und heute soll man in sich hineinhorchen und sich selbst berufen.
00:10:27: Vielleicht gute Frage vielleicht sogar an euch
00:10:29: beide
00:10:31: Stimmt das?
00:10:32: Kommt eine Berufung immer von außen oder kommt die auch
00:10:36: von innen?
00:10:40: Ich kann
00:10:40: ja mal anfangen, wenn ich auch
00:10:42: einen Geschleifen gedreht habe.
00:10:44: Ja.
00:10:45: Ich kann das von deiner Tochter sehr gut nachvollziehen.
00:10:47: Bei mir war nach dem Abitur der Zivilinz dran.
00:10:51: Ich hab damals den Kriegsdienst verweigert und bin nicht zur Bundeswehr gegangen.
00:10:56: Und hab zivilins gemacht und dann mich gefragt was ich machen möchte.
00:11:00: Das war auch so ein bisschen hin und her.
00:11:04: oder der Wunsch, da Priester zu werden.
00:11:06: Ich konnte mir das aber nicht vorstellen.
00:11:08: So alleine als dir zu sahen, Priester und ohne Familie und überhaupt.
00:11:14: Und wie kann das gehen?
00:11:16: Und hab dann
00:11:17: auch irgendwie
00:11:17: gesucht und gefragt und war klar, es geht so nicht.
00:11:21: Dann habe
00:11:21: ich angefangen
00:11:22: zu studieren.
00:11:23: Da habe ich Physik studiert, weil etwas war was ich konnte!
00:11:27: Insofern war das einer dieser Kreise oder das, was mir Freude gemacht hat.
00:11:33: Das war schon das, wonach ich am Anfang tatsächlich gesucht habe.
00:11:37: Was die Welt braucht, war auch immer eine Dimension.
00:11:41: Da ist ja schon eine Perspektive von außen drin.
00:11:45: also was andere vielleicht
00:11:46: auch sagen,
00:11:47: was man gut kann... ...was benötigt wird, was vielleicht auch würden wir christlich sagen für das Reich Gottes hilfreich ist.
00:11:56: Ich finde diese vier Perspektiven gar nicht so schlecht weil es tatsächlich bei Berufung, glaube ich, um etwas sehr Komplexes geht das herauszufinden.
00:12:07: Es gibt Menschen, glaube Ich... Das habe ich auch im Orden erlebt mit Brüdern die sagen
00:12:12: können
00:12:13: an dem und dem Tag, ich saß an dem oder dem Ort wusste ich was meine Bestimmung, was meine Berufung ist.
00:12:19: Das gibt es!
00:12:20: Und ich glaube dass passiert auch und Gott hat seine eigenen Wege.
00:12:24: Bei mir war's nicht so und ich glaube bei vielen Leuten ist es nicht so, dass es sozusagen rein von
00:12:29: außen kommt.
00:12:29: Sondern ist es ein irgendwie, glaube ich komplexer
00:12:32: Prozess?
00:12:34: Ich kann das ähnlich so erzählen.
00:12:39: Es geht schon nach innen weil es ja doch Berufung etwas ist.
00:12:43: Ich muss mich mit mir selber beschäftigen also den Ruf so in mir spüren.
00:12:47: aber Berufung heißt eben, es ist etwas was mich vorauskommt irgendwie nicht aus meiner Idee sondern es steckt im Meer drin Und das zu entdecken und auch vielleicht mal dann zu erkennen, doch das ist vielleicht meine Berufung.
00:13:03: Dazu braucht es so ein Weg den man erst einmal gehen muss.
00:13:09: Ich war jetzt auch zum Pastoralkurs der aus fünfzehn Diözösen.
00:13:15: Die bereiten sich auf die Diakonweihe vor.
00:13:17: also diese letzte Phase.
00:13:18: da ist auch einen Teil hier in Hamburg Und da war ich zur Eröffnung, und da haben sie sich auch vorgestellt.
00:13:25: Es waren diesmal achtzehn junge Männer ... oder Männer doch die waren noch relativ jung?
00:13:33: Und das war interessant zu hören was die so erzählt haben.
00:13:35: Da waren wirklich auch welche dabei, die so sehr ... Das hat mich angesprochen und da habe ich mich auf den Weg gemacht.
00:13:42: aber doch wie meisten haben eher davon erzählt dass sie auch erst mal losgegangen sind und geschaut haben ja das ist etwas für mich Und so würde ich das bei mir auch beschreiben wollen.
00:13:54: Es ist schon etwas, was von innen kommt.
00:13:57: Also habe ich das erlebt?
00:13:59: Etwas, was Ihnen gesagt hat, das wäre doch was für dich!
00:14:02: Aber wo man dann auch erst mal Ja ja ja und dieses dieser Gedanke der kam immer wieder über lange Zeit.
00:14:12: also insofern reift auch sowas ran und irgendwann muss man doch sagen wenn dich das so beschäftigt vielleicht solltest du mal ausprobieren, ob das das Richtige ist und dann geht man weiter.
00:14:25: Also das ist schon auch ein wichtiger Schritt wo man sagt doch ich gehe auf den Weg Und macht die Erfahrung?
00:14:35: Ist es das oder ist es nicht?
00:14:37: Wann war das für dich dieser Schritt?
00:14:41: Der war da war ich so sechsundzwanzig also Die Anfrage an waren eigentlich schon früher, ich kann mich noch ziemlich genau erinnern.
00:14:52: Da wurde unser Heimatfahrer in das Strelz, bin ich groß geworden eingeführt und da habe ich eine Ministrie, da war ich so sechzehn, muss ich da gewesen sein?
00:15:02: Und da hatte ich mal so irgendwie den Mensch doch, dass wäre doch das was du machen könntest oder solltest oder so oder man.
00:15:10: ja und das hab' ich dann aber auch immer weiter weggeschoben wieder.
00:15:13: und dann kam natürlich auch das andere und der Studium.
00:15:15: Aber diese Frage tauchte immer wieder auf an den verschiedenen Stationen wo ich war Und also das war ja das, in der neustartachtzig war ich sechzehn.
00:15:26: Neuer bis einundneunzig sind das gut so elf Jahre.
00:15:31: und bevor ich den gesagt habe, jetzt mach' ich's und gehe
00:15:35: los.".
00:15:36: Das heißt aber während der Zeit als Sie da den Kindern Geige beigebracht haben gab es immer wieder mal diesen Moment... Also irgendwie lässt mich das Thema doch nicht ganz los?
00:15:49: eben, das kommt immer wieder hoch und ich habe zu dem Mensch eigentlich, dass wäre doch ganz schön wenn du das machen könntest oder dachmassen würdest.
00:15:54: Ich hab ja auch von den Erfahrungen die du in Kirchen gemacht hast das weiterzuerzählen oder einfach da drin zu sein und solche Gedanken kommen denn noch ab und zu hoch oder man hat sich damit beschäftigt.
00:16:13: Irgendwann muss es konkret werden.
00:16:16: Liebe Gott, ich glaube der Schubstein dann im Laufe des Lebens immer wieder noch mal an die Stelle und irgendwann macht's dann doch Klick.
00:16:25: also mit dem Ich jetzt sozusagen an meine Laufbahn und meinen Lebensweg denke.
00:16:31: da war auch so ich hab Jura Studium begonnen
00:16:36: Und habe
00:16:36: ganz früher als Kind ganz lieben gerne Geschichten geschrieben Kleine Geschichten und Bilder hin dazu gemalt usw.
00:16:44: Und dann ist das, auch als ich ein Teenager wurde, immer geschrieben und dann hörte es auf.
00:16:50: Dann habe ich Jura studiert und war schon scheinfrei vor dem ersten Staatsexamen und hatte so einen Studentenjob.
00:16:58: Den Studentenjob hatte ich bei einem Tennis-Turnier am Presse eingegangen Und sollte also jetzt kontrollieren, habt ihr den Presseausweis?
00:17:05: Dann dürfte rein.
00:17:06: Habt ihr keinen, dürft ihr nicht
00:17:07: rein.".
00:17:08: Das war meine Aufgabe, sehr anspruchsvoll.
00:17:11: und dann treffe ich einen aus meinem
00:17:12: Studium
00:17:13: und der hat dort für den Sportteil der Welt geschrieben.
00:17:17: Ich sage, wie studier noch zusammen?
00:17:18: Ja ja!
00:17:19: Ich verdiene nebenbei mein Geld mit Sportjournalismus.
00:17:22: ist ja cool, würde ich auch mal gerne ausprobieren.
00:17:25: Und dann hat der mir eine Adresse gegeben, ein Telefonnummer und dann habe ich da mal versucht zu schreiben und zwar katastrophal und derjenige von der Chefredakteur hat gesagt
00:17:34: auf
00:17:34: keinen Fall.
00:17:35: also du kannst das nicht so.
00:17:37: aber
00:17:37: jetzt hatten die großen Nachwuchs malen sie brauchten
00:17:40: wirklich
00:17:41: Leute.
00:17:41: da hatte sich die Zeit genommen und hat wirklich meine Texte.
00:17:44: genauer gesagt hier.
00:17:45: es muss viel mehr liebendig werden arbeiten lieber mit Verben nimm keine Hauptwörter usw.
00:17:51: Und dann hat er mir tatsächlich so ein bisschen geholfen und dann habe ich irgendwann für die auch gearbeitet.
00:17:56: Dann bin ich auf diesem Weg am Ende tatsächlich gekommen, aber nie in dieser Klarheit dass sozusagen das ist es jetzt sondern das war dann wieder eine Etappe die ich gegangen bin Wo ich dann glücklich war und dann noch wieder an einen Punkt kam, wo es wieder seinen kleinen Schubster gab.
00:18:16: Der mich dann nochmal eine Ecke weitergetreten hat.
00:18:19: Ich glaube das ist bis zu einem gewissen Punkt kann das sein dass sich das auch
00:18:24: erstreckt
00:18:24: also der eine früher der andere später sozusagen.
00:18:28: Ich glaub mit der fehlenden Klarheit ist ein ganz wesentlicher Punkt der Freiheit.
00:18:34: Jetzt spring jetzt mal!
00:18:36: Das ist jetzt ne Erkenntnis die ich erst ziemlich viel später auf meinen Weg gemacht habe.
00:18:40: Wo es dann
00:18:41: irgendwann drauf
00:18:41: ankommt, gehe ich jetzt weiter oder nicht.
00:18:43: Bei den Gelübden ist das bei uns im Orden ja vor allem der Punkt wo ich nicht diese sozusagen hundertprozentige
00:18:52: Klarheit hatte sondern
00:18:54: wo sich das als eine Möglichkeit für mich dargestellt hat als eine Einladung.
00:19:01: und
00:19:02: Ich glaube Berufung so habe ich es jedenfalls erlebt Ist nicht sozusagen die Bestimmung.
00:19:07: du musst das jetzt machen Das ist der einzige Weg, der für dich vorgesehen ist und ich Gott, der Herr will das so oder so.
00:19:16: Sondern ich habe es oft zu erlebt, dass es ein bisschen gestupst, guck doch
00:19:20: mal dahin
00:19:22: aber dann mit einer sozusagen Einladung verbunden ist und schon noch die eigene Entscheidung auch gefordert ist.
00:19:30: also sozusagen... Ich kann das jetzt nicht quantifizieren oder so, wo ich so dachte ja es tendiert in diese Richtung aber
00:19:40: irgendwie
00:19:42: würde beides gehen.
00:19:43: Ich könnte mir auch vorstellen eben nicht in den Orden einzutreten und vielleicht Lehrer
00:19:47: zu werden
00:19:48: und zu heiraten, ob man denn die Frau und so weiter weiß ich nicht, aber das war nicht so auf jeden Fall sondern mehr die Einladung und das habe ich im Nachhinein tatsächlich als eine große Freiheit erhebt.
00:20:01: Dazu auch noch mal bewusst, ja zu sagen.
00:20:04: Also ich glaube es gibt unterschiedliche
00:20:06: Formen
00:20:06: von sozusagen Bestimmung oder Klarheit in der Berufung das nicht schlecht
00:20:11: sein muss?
00:20:12: Ja also im Leben denke ich gibt es nicht allzu viele Punkte wo es um Entscheidungen geht.
00:20:22: Wo man sagt da ist dass jetzt so ein existenzieller Punkt wo ich auch sage dann muss ich mich jetzt entscheiden wie gehe ich weiter?
00:20:30: Aber das Wichtig ist, dass es eben auch in Freiheit passiert.
00:20:34: Das ist eben so ein Punkt und das schenkt auch wieder neue Freiheit was zu entdecken oder weiterzugehen weil man ja etwas anderes ausschließt!
00:20:45: Das ist ja auch die Sache.
00:20:46: wenn ich mich für etwas entscheide, entscheide ich mich auch gegen etwas anderes nicht weil es schlechter ist sondern weil ich merke das ist das Richtige für mich und ich glaube das zu spüren kommt auch erst auf den Weg, wo man merkt ja das läuft.
00:21:03: Das wird bestätigt von anderen oder die tragen das mit und es kann so weitergehen.
00:21:09: also ich denke ich bin auch mal vorsichtig dem Begriff Berufung so absolut zu nehmen wie du es auch gesagt hast dass man immer das Gott hat das jetzt gesagt oder der Papst hat das gesagt und das ist jetzt Gottes Wille so sondern Es ist schön, wenn es Gottes Wille ist.
00:21:29: Ich hoffe das es Gottes wille ist und ich gucke mal ob das auch so bleibt.
00:21:33: und erst im Nachhinein würde ich vorsichtige auch sagen ja doch das hat schon was mit Berufung oder so mit Gott zu tun aber ich würde Gott nicht festlegen wollen.
00:21:43: also der hat gesagt dieses auch vorsichtigen umgehen mit dem Begriff Berufung gerade auch in geistlichen Sinne halte ich für wichtig.
00:21:54: Und auch für uns selber empfinde ich das nicht so, dass es jetzt ja wie du es auch sagtest.
00:21:58: Das ist jetzt Gottes Wille genau das will er sondern die Freiheit die da drin steckt aber auch das eingeladen sein.
00:22:07: und für mich ist noch so eine Erfahrung im Nachhinein wenn man das Gefühl hat Wenn ich das Nicht tue dann verpass' ich was?
00:22:15: Für mein Leben Was weiß man nicht Aber wo man spürt.
00:22:21: eigentlich hätte ich vielleicht doch also dieses eigentliche.
00:22:27: eigentlich hätte ich doch wenn man dann merkt doch dass die richtige Entscheidung für mich das heißt ja nicht, dass alles gut geht oder dass man keine Schwierigkeiten hat aber zu wissen doch das ist der richtige Weg.
00:22:42: und jetzt so nach den Priesterjahren die ich so habe.
00:22:45: Ja bin ich mir relativ würde ich sagen ja doch Habe ich keinen Grund, der dagegen spricht auch zu sagen das hat bei mir auch was mit Berufung zu tun.
00:22:57: Darf ich
00:22:58: da noch mal nachfragen?
00:22:59: Weil du hast gesagt es gibt nicht so viele Momente im Leben wo existenzielle Entscheidungen
00:23:05: und Berufe...
00:23:08: Wie ist das morgens bei dir wenn du aufstehst?
00:23:10: also Ist das nicht jeden Tag neune Entscheidung den Weg weiterzugehen?
00:23:16: Nee das wäre mir viel zu anstrengend also jeden Morgen zu entscheiden.
00:23:21: Ich bin froh, dass ich erst mal auf dem Weg bin.
00:23:25: Und freue mich auch auf das, was anliegt.
00:23:28: Natürlich ist man manchmal auch genervt, dass es noch zu tun oder so.
00:23:32: Gerade von einer Fahreis und Termine gibt's Angenehme aber auch welche, die herausfordern und so.
00:23:38: Die sind erstmal anzugehen.
00:23:40: Dann ist mir wichtig ein Tagesrhythmus zu haben wie man anfängt mit Gebets- und Stundengebet ist ein wichtiges Geländer, richtiger Halt, sodass man auch einen Rhythmus hat.
00:23:52: Ja, da muss ich mich nicht immer wieder neu entscheiden.
00:23:54: Das werden wir zur Anstrengung.
00:23:56: Also diese existenziellen Entscheidungen meine ich schon die sind auch bei anderen bei der Berufswahl sicherlich auch Lebensentscheidungen, Heirat.
00:24:08: auch das ist so etwas was sich entwickelt.
00:24:10: aber wo auch irgendwann mal ein Punkt kommt ja Wir sagen ja zueinander dass es ja auch so was existenzielles was nicht ständig ist was immer wieder sich bewähren muss.
00:24:23: Aber dann ist erst mal so eine Entscheidung, wir gehen auf diesen Weg.
00:24:27: Und insofern meine ich gibt es nicht glaube ich nicht dass es so viele existenzielle Entscheidungen gibt immer auf einem Lebensweg.
00:24:38: Jetzt reden wir von Berufung und ganz viel von Freiwilligkeit und von Freiheit.
00:24:43: aber es gibt also meine Frage ehrlich gesagt Ist das Berufung wenn ein Paar Nehmen wir ein Ehepaar, es gibt einen Schicksalsschlag für einen der beiden
00:24:58: und der andere
00:25:00: hat sozusagen weiß von dem Moment an mein Leben wird jetzt davon bestimmt sein meinen Partner zu pflegen.
00:25:08: Ist das dann läuft das auch schon unter einer also eine Berufung?
00:25:13: Wird's nicht sein.
00:25:13: ist es denn eine Bestimmung?
00:25:15: oder wo sind wir da?
00:25:18: Weil ausgesucht
00:25:18: hast du dir das ja nicht, sondern du bist in diese Rolle gekommen oder ich habe jetzt hier auch raus gesucht in einer Bibel.
00:25:26: Es gibt sozusagen so viele Helden in der Bibel die eigentlich den Job gar nicht wollten also angefangen bei Mose, also der fünftmal Einwender hatte aber ich doch nicht.
00:25:36: warum unbedingt ich jetzt?
00:25:40: was
00:25:40: würde ihr sagen?
00:25:45: Ja also was ich?
00:25:47: Ich denke, die Entscheidung gerade zu dem Beispiel was sie gebracht haben damit ein jemand plötzlich einen Schicksalsschlag und alles ist anders.
00:25:57: Das ist eine Herausforderung und ich denke in der Berufung würde ich jetzt nicht unbedingt sagen so im positiven Sinne du bist jetzt berufen zum Krankenpfleger oder zum Betreuer sondern Es steckt in der Berufung, denke ich auch drin.
00:26:16: Also würde ich jetzt mal sagen zur Ehe oder Partnerschaft Wenn ich das ernst nehme dann ergibt sich etwas daraus.
00:26:24: also wo sich dass auch bewähren muss Wo ich mich auseinandersetzen muss was sicherlich auch Entscheidung verlangt aber auch kommt darauf an denke Ich auch wie das miteinander ist auch eine gewisse Selbstverständlichkeit entwickelt Natürlich eine Herausforderung ist, aber ich würde da nicht von Berufen sprechen.
00:26:45: Also eher von Bewährung dessen, aber auch nicht im Sinne von Leistung dass Gott jetzt sagt Ich will jetzt gucken wie du dich da bewährst Sondern wie sich das da entwickelt also oder was damit zusammenhängt.
00:27:00: und da ziehe ich schon den Hut und staun auch immer wenn ich so Auch ihr Paare gerade auch ältere wie die sich umeinander sorgen wie denn auch dieses Jahr, das Sie zueinander gesagt haben.
00:27:13: Verwurzelt ist und trotz aller Mühe und Stress und Überforderung doch das gelebt wird nicht naja als Zwang würde ich es nicht sagen sondern es steckt in der Berufung drin.
00:27:27: vielleicht auch so würde ich
00:27:28: sagen dass
00:27:29: man sich treu bleibt.
00:27:31: Man sagt dann den guten und den schlechten Tagen also in Gesundheit und in Krankheit explizit ist das im Eheversprechen sozusagen
00:27:39: drinnen
00:27:40: Und was eine Berufung beinhaltet, das wird oft erst später klar.
00:27:45: Also wenn man schon vorher alles wüsste wäre es vielleicht
00:27:48: noch schwieriger
00:27:48: dazu ja zu sagen Man wird einen Weg geführt, das hattest du vorhin als Bild gebracht wo ich noch nicht
00:27:54: weiß wie
00:27:55: dieser
00:27:55: Weg weitergeht.
00:27:56: tatsächlich
00:27:57: Ich gehe den Weg im Vertrauen und fange etwas an von dem ich glaube dass es gut ist
00:28:03: und dass
00:28:03: es möglich ist
00:28:04: und
00:28:05: richtig ist Und dann wird sich das entwickeln.
00:28:10: Da ist das Vertrauen, dass Gott da auch hilft
00:28:13: auf diesen
00:28:14: Wegen.
00:28:16: Es braucht eine gute Entscheidung.
00:28:18: Das sind wir jetzt ganz ignatianisch... es ist ja hier ein bisschen ein nationischer Podcast.
00:28:23: Also was eine Entscheidung gut macht, ist nicht, dass ich schon alles übersehen kann.
00:28:30: Dass ich schon
00:28:31: alle Konsequenzen
00:28:32: überlegt
00:28:33: habe
00:28:34: und genau weiß wie ... alles miteinander zusammenhängen, sondern die Entscheidung ist dann gut wenn ich sie aus einer Haltung der Indifferenz also der Offenheit gegenüber dem was Gott vor mir vor hat und im Bewusstsein
00:28:50: meiner
00:28:51: eigenen Stärken und Schwächen und Grenzen sozusagen ohne ohne ungeordnete Anhänglichkeiten würde ihn dazu sagen getroffen.
00:29:02: Ohne dass unterirdische
00:29:06: Absichten mit
00:29:08: verbinden.
00:29:09: Wenn mir die Absichten, um die es da geht und die dürfen durchaus gemischt sein – wir sind keine perfekten Menschen!
00:29:16: Da können auch eigene Wünsche und Anhänglichkeiten dabei sein wenn sie nicht ungeordnet sind also wenn Sie auf Gott hin geordnet sind, wenn Sie irgendwie auch im Gebet mit bedacht sind.
00:29:29: und ich weiß die Entscheidung ist gut getroffen dann wird das auch gut.
00:29:34: Ja, also ich habe einen Minn-Poder der ist ausgetreten.
00:29:37: Das hat mir sehr Sorgen und irgendwie auch Schmerz bereitet.
00:29:41: Wir waren zusammen im Novizjagd und nach seinem Austritt hatte er gesagt naja in den Exerzitien hatte die Schwester mir ja gesagt warum wirst du nicht Priester?
00:29:49: Und eigentlich wollte ich das gar nicht erfüllte sich gedrängt und hat dann eine Entscheidung getroffen, die er nicht aus eigenen Stücken sozusagen getroffen hat.
00:29:58: Und das würde ich sagen war keine gute Entscheidung und die hat auch nicht getragen.
00:30:03: Ich kann damit jetzt nicht alles erklären aber es war für ihn ein sozusagen einen Sandkorn die ganze Zeit auf diesem Weg im Schuh her dass ihn da gedrückt hat.
00:30:14: Es braucht diese gute Entscheidung.
00:30:16: was daraus wird
00:30:17: das weiß man dann auch.
00:30:21: Herr Weihbosch, Sie leiten die Priesterausbildung.
00:30:24: Kommen heute noch Männer zu Ihnen, die sagen ich fühle
00:30:29: mich berufen?
00:30:31: Ja, sind nicht mehr so viele wie früher aber haben letztes Jahr drei angefangen und das sind auch die drei, die jetzt unterwegs sind in verschiedenen Studienjahren.
00:30:44: Die haben andere unterschiedliche Zugänge.
00:30:52: Wir fangen jetzt, praktisch alle drei sind hier im Frankfurt, da im Studium.
00:30:58: Ja die Entscheidung sich auf dem Weg zu machen ist interessant nämlich viele kommen nicht mehr aus diesen gemeindlichen Kontext wie man das so vor Jahrzehnten noch gelebt oder erlebt hat.
00:31:15: So eine ja sagen wir Sakristei Karriere Also Messdina, Lektor, Küster vielleicht noch.
00:31:25: Und dann geht es weiter sondern eher von außen.
00:31:31: zwei von den dreien die haben auch einen ganz eigenen Weg wenn da über Konversionen oder kommen aus einem anderen Bereich über die Militärseesorge.
00:31:43: gut einer ist dabei der katholische Erfahrung, so Gemeinderfahrung gemacht hat oder das davon geprägt ist auch mit.
00:31:51: Aber wie ich sage es sind kommen doch eher Männer die ihren ganz eigenen Berufungsweg oder Glaubensweg gehen und auch entdecken müssen.
00:32:02: ja ist das das Richtige aber dieser gemeintliche Kontext ist eher weniger da Und insofern ist es auch eine Herausforderung der Praktikumsplätze auch zu finden, dass die auch kennenlernen.
00:32:19: wie funktioniert heute.
00:32:21: Priesterliches gemeintliches Leben was ja doch anders ist als noch vor zwanzig Jahren wo in vielen Gemeinden auch noch mehr los war wie man so sagt in Gruppen und Kreisen.
00:32:35: das hat sich doch auch geändert es gibt's das noch aber es hängt eben an wenigen Leuten sich da engagieren oder auch Kreisen, die da sind und woanders fehlen.
00:32:48: Die Leute auch und dann merkt man auch, das sind denn andere Zugänge.
00:32:53: Viele habe ich auch von meinen Kollegen gehört, die finden natürlich den Weg vor allen Dingen über die Liturgie also einen guten Gottesdienst heilige Messe mit zu feiern Frömmigkeit, also eher dieser spirituelle Weg Wo man auch wieder schauen muss, das ist natürlich nicht alles.
00:33:12: Also Priester werden wird man ja nicht nur um den ganzen Tag heilige Messe zu feiern oder zu beten oder Fromm zu sein sondern es sind ja auch noch ein paar andere Aufgaben die man auch entdecken muss und entdeckt muss ob das auch für einen selber was isst.
00:33:26: also Und da Ist auch die Erfahrung dass man praktisch für jeden so ein eigenes Programm beinahe stricken muss also so dieses Da fängst du an der machst du das dann macht sie das und dann bist du fertig Wird immer schwieriger.
00:33:43: Haben Sie das Gefühl, dass die drei ... Kommen sie auch zwischendurch mal zu Ihnen sagen?
00:33:50: Ich weiß doch nicht, ob ich das so oder ... Die sind ja heiß begehrt.
00:33:55: Auf die wartet der Arbeit!
00:33:58: Ja, aber da kann man auch entspannt sein.
00:34:02: Die müssen ihren Weg finden und bis jetzt sind sie ganz gut dabei.
00:34:07: Also wie Sie das eben ... Waren Sie noch nicht bei mir mit Zweifeln oder so was?
00:34:13: Und dafür wäre ich jetzt auch nicht der richtige Ansprechpartner.
00:34:18: Das ist in der Priesterausbildung klar geregelt, es gibt das Forum im Internum ein Spiritual beziehungsweise den geistlichen Begleiter.
00:34:26: Mit denen müssen sie ihre Zweifel und Schwierigkeiten klären.
00:34:31: Als Regens bin ich für die Externitas da, also für das Äußere.
00:34:37: Ich muss gucken, hat er alle seine Scheine gemacht?
00:34:39: Seine Praktika.
00:34:42: Stimmt das mit den Verhältnissen also mehr die Außensicht weniger die innen Werte oder dass die innere Entwicklung?
00:34:52: Das spielt bei mir in meiner Sicht keine Rolle.
00:34:56: natürlich wird man das nie so ganz eins zu eins trennen können und wenn jemand mich im geistigen Rat fragt sicherlich auch werde ich sagen, aber wenn es zu sehr ins Persönliche geht dann muss ich auch sagen Mensch besprechen Sie das mal mit Ihrem geistlichen Begleiter oder vor allen Dingen.
00:35:13: Ja ja, aber das Wichtige ist auch der Geistliche Begleitter und auch der Spiritual.
00:35:18: der darf mir das natürlich nicht weitergeben.
00:35:22: also das fällt nicht in die Bewertung desjenigen hinein also ob er kann oder nicht.
00:35:29: Deshalb hat auch der Spiritual eben eine besondere Verantwortung gehen, zu helfen und seine Entscheidung zu finden.
00:35:35: Und vielleicht auch mal zu sagen Mensch ich sehe das da sind doch deine Schwierigkeiten, wirst du das wirklich werden?
00:35:44: Wenn dir aber doch das will dich werden ja aber überliegst du noch einmal... Ich mache jetzt mal noch ein Beispiel Denn dürfte der spiritual nicht mir nicht sagen also den halte ich für nicht so gut, sondern wenn der sagt ja ich möchte das werden und er hat die Leistung.
00:36:03: Er hat die Papiere und dann müsste ich ihn weiter außer ich habe jetzt selber noch aufgrund von äußeren Fehltritten oder irgendwie wo ich sage also das lässt sich da nicht mit vereinbaren.
00:36:17: natürlich.
00:36:18: aber was das geistliche innen betrifft dass es da bin ich außen vor
00:36:25: Was würdest du denn
00:36:25: denken,
00:36:26: was hilft so eine Berufung zu prüfen oder
00:36:29: zu klären?
00:36:33: Also erst mal geht es sicherlich darum weiterzugehen.
00:36:37: Das auf sich zukommen zu lassen auch, sei es die Studium das Miteinander und die Herausforderungen auch des geistliche Programm, dass da auch gemacht wird.
00:36:49: Und vor allen Dingen denke ich auch das Kennenlernen der Praxis.
00:36:52: Deshalb sind auch so Praktika mit drin gerade heute wie lebend Priester.
00:36:57: Das ist auch schon eine Herausforderung.
00:36:59: Und sicherlich sind dann auch manche Erfahrungen nicht so prickelnd, wo man oh Gott lebt da ganz alleine
00:37:05: und
00:37:06: nimmt auch die negativen Punkte wahr zumindest aus seiner Sicht.
00:37:12: Man muss jetzt immer sehen wie er erlebt der Priester dasselbe.
00:37:14: also der mag sich ja ganz wohl fühlen in so wie er lebt aber in einer Außenvernehmung.
00:37:20: oder möchte ich so auch leben?
00:37:22: passt das zu mir?
00:37:23: Oder was würde ich anders machen?
00:37:26: die praktische Erfahrung auch in den Gemeinden mit den Menschen.
00:37:29: Das ist etwas, wo man merken kann.
00:37:32: ja das ist mein Weg.
00:37:34: vielleicht würde ich ein bisschen anders gehen als was ich da erlebe.
00:37:37: es sollte ja auch sein.
00:37:39: aber den weggehen dass aufnehmen sich bis als bereicherung empfinden und daraus auch sehen ist das meins oder ist nicht meine?
00:37:50: so würde ich das positiv beschreiben
00:37:53: wollen.
00:37:55: Christian, ich hatte mir auch noch eine Frage aufgeschrieben.
00:37:59: Nicht an den Heimweibischof sondern auch an dich wer klopft denn bei dir?
00:38:01: Ich meine du leitest die Glaubensinformationen in Hamburg Faller katholische Kirche vom Erzbistuk.
00:38:08: wie ist das?
00:38:08: Wer klopft bei dir an?
00:38:11: Ich glaube, dass das
00:38:11: auch Menschen
00:38:12: sind.
00:38:12: Die Berufen sind tatsächlich also vor allem von dem was sie erzählen.
00:38:16: ich habe vor einiger Zeit es ist schon länger her in einem Buch von Herbert Alfonso von der dreifachen Berufung gelesen und es hat mir total
00:38:25: irgendwie
00:38:25: die Augen geöffnet.
00:38:27: er schreibt
00:38:27: Es
00:38:27: gibt eigentlich für jeden menschen eine dreifache.
00:38:31: die erste berufung die wir alle hören ist die berufungs zum mensch sein.
00:38:36: die haben wir durch die geburt dass wir dieses Leben, das uns
00:38:40: geschenkt
00:38:40: ist, leben dürfen.
00:38:42: Und dann sagt er, gibt es eine zweite Berufung.
00:38:45: Das ist die Berufung zum Christsein, die wir durch die Taufe erhalten haben.
00:38:49: Dass wir als Christen, Schwestern und Brüder in dieser Nachfolge leben.
00:38:53: Dann gibt's eine dritte Berufung.
00:38:55: so schreibt er, das ist eine ganz persönliche individuelle höchst eigene
00:39:01: Berufung, die jeder
00:39:02: ganz eigen bekommt, ja?
00:39:05: Die nicht vergleichbar ist so einfach... sondern die etwas ausdrückt von dem, was mein Leben sozusagen in dieser Besonderheit
00:39:14: auszeichnet.
00:39:16: Und
00:39:17: wenn die Leute zu mir kommen und in die KGI dann geht es um diese Berufung zum Christsein also manchmal auch zum Mensch sein weil Leute wirklich auch Schwierigkeiten haben und manchmal mit psychischen Problemen auch kommen, da bin ich nicht der Richtige und dann versuche ich auch
00:39:33: jemand
00:39:34: anderen zu finden.
00:39:34: Aber die Frage nach der Berufung zum Christsein
00:39:37: was bedeutet
00:39:38: das?
00:39:39: Also entweder mit dem Wunsch sich taufen zu lassen oder eben dass die Weise des Christseins in einer anderen Konfession zu leben also die Konfektion zu wechseln Und das hat glaube ich mit eine berufung zu tun und bei manchen leuten Ist das auch nicht so ganz einfach zu entscheiden?
00:40:00: Also manche, die kommen gerade jetzt was zum Beispiel den Konfessionswechsel
00:40:06: anbegeht.
00:40:07: Da kommen manche sagen ich habe bisher meine Religion
00:40:11: also
00:40:12: das christliche in der evangelischen Kirche überhaupt nicht gelebt und
00:40:15: ich möchte
00:40:15: neu anfangen
00:40:16: und da hat mir die
00:40:17: katholische Liturgie gefallen.
00:40:20: Ist das so etwas unproblematisch?
00:40:22: Da gibt es Kriterien, warum ich jetzt katholisch
00:40:24: werden
00:40:24: möchte.
00:40:25: Die kann nicht benennen.
00:40:26: Aber bei manchen anderen ist die Situation durchaus viel komplexer.
00:40:30: Da gibt's eine Familie, die evangelisch ist oder ein Ehepartner.
00:40:34: Da gibts berufliche Zusammenhänge.
00:40:37: und da ist die Frage nicht so einfach zu beantworten... ...ist es jetzt wirklich sinnvoll zu wechseln?
00:40:45: Ein Mann der nach
00:40:47: einem halben
00:40:47: Jahr, den ich dann einzeln begleitet habe.
00:40:49: Weil ich gesagt hab das bringt jetzt nichts hier im Kurs zu klären weil er wusste alles über die katholische Konfession aber da ging es um andere Fragen und den habe ich dann auch einzeln begleitet.
00:41:03: und dann kam er zum Schluss.
00:41:04: Nein!
00:41:04: Er möchte evangelisch bleiben weil er in der evangelischen Kirche sehr viel verdankt aber kommt regelmäßig auch zum Gottesdienst sehr ökumenisch aufgestoßen.
00:41:14: Also da gibt es nicht die einfache Antwort, ich glaube das ist auch bei Berufen und so.
00:41:18: aber die Berufung zum Christsein in der Taufe... Das ist irgendwie toll zu sehen weil da auf diesem Weg ganz
00:41:25: viel auch passiert.
00:41:26: Da habe ich ja schon häufiger auch hier erzählt, weil Menschen wirklich etwas für sich entdecken in ihrem Leben eine neue Perspektive, eine neue Dimension die tatsächlich das, was ich bisher so und zu erlebt habe in einem anderen Licht
00:41:43: erscheinen.
00:41:47: Kann ich
00:41:48: um
00:41:48: meine Berufung beten?
00:41:52: Ja.
00:41:52: Wie könnte man das, wenn man noch nicht richtig weiß ...
00:41:56: Auf alle Fälle, also ich würde auf alle Felle das empfehlen.
00:42:01: Und zwar in der Offenheit.
00:42:03: so, Herr, hilft mir meinen Weg zu finden!
00:42:07: Ich kann natürlich Wünsche äußern oder sowas.
00:42:09: aber wenn ich Gott festlegen will, Herr lass mich das und dass werden dann ist es doch schon wieder so eine Ein- Ängung und ja, was soll er?
00:42:18: Wo soll ich denn meinen Weg finden wenn ich schon weiß, was ich will.
00:42:21: Also insofern diese offene Bitte auch Und ich hab eigentlich da ganz gute Erfahrung mitgemacht so dieses offene Gebet gerade auch Wenn man nicht so weiss was dran ist her hilft mir das Richtige zu tun.
00:42:37: Man geht dann nochmal irgendwie ein Stück gelassener Ich zumindest heran oder auch in diesem Vertrauen Ja, Gott hilft mir.
00:42:45: Und dann entwickelt sich was und man staunt am Ende, was rausgekommen ist.
00:42:50: Also dieses offene Gebet würde ich schon sagen auf alle Fälle dass man darum das auch ins Gebet nimmt.
00:42:56: seine Berufung
00:42:56: ja.
00:42:58: Als ich um
00:42:58: meine
00:42:59: Berufung gerungen habe mit achtzehn neunzehnt da hab ich viel gebetet.
00:43:02: aber Das war nicht so ganz einfach.
00:43:04: und da hatte Ich ein Gespräch mit einem Mann aus der Gemeinde verheiratete Theologe den ich sehr geschätzt hat.
00:43:10: Der hat mir irgendwann gesagt Die Berufung zur Ehe ist auch eine.
00:43:15: Das war für mich irgendwie eine neue Perspektive, da habe ich immer nur gedacht, Berufung ist irgendwie wenn man Priester werden will oder wenn man Ordensmann werden will und Ordensfrau werden will.
00:43:26: Was sich vorhin angedeutet hat mit dieser dreifachen Berufung, ich glaube das
00:43:30: eben auch
00:43:31: so was... in die Ehe berufen zu sein eine Entscheidung ist und dann werde ich auch hoffentlich den richtigen oder die richtige finden.
00:43:40: Viele machen es ja umgekehrt, sie finden irgendwie verlieben sich erst und überlegen sich dann will
00:43:44: ich heiraten.
00:43:46: aber auch darum darf man bitten und beten.
00:43:49: viele Leute suchen ja auch jetzt den richtigem Partner und finden denen nicht so.
00:43:53: und ich glaube dass Wenn ich weiß, was meine Berufung ist in dieser Freiheit ohne dass sich der lieben Gott da schon festgelegt hat.
00:44:02: Ist es hinterher
00:44:04: verändern
00:44:04: mich das auch?
00:44:05: In meinem Dasein, in meinem Standing oder wie soll man das ausdrücken wenn ich weiß was ich will ist das auch für andere hilfreicher in jeglicher
00:44:14: Beziehung.
00:44:21: Ich hätte jetzt
00:44:23: noch
00:44:23: eine Frage.
00:44:24: in vier Wochen werden Sie ja neben einem Mariendum zum Beschaffungsgewalt.
00:44:29: Wie sind Sie da jetzt aufgeregt?
00:44:33: Lassen wir uns noch mal ein bisschen mehr Herzbocken.
00:44:34: Was nehmen Sie sich für den Tag vor oder gehen Sie dort norddeutsch gelassen, ich lasse es auf mich zukommen?
00:44:43: Also aufgeregte muss ich sagen bin nicht.
00:44:45: Ich bin positiv erfreut also habe so eine freudige Grundhaltung.
00:44:53: Ja das ist was tolles für mich.
00:44:55: sicherlich Aufgeregt wird wahrscheinlich kurz vorher sicherlich so, dass das alles ... Aber ich muss da eigentlich nicht viel machen.
00:45:06: Das ist schon ein wichtiges Jahr, hat man gesagt und sich darauf einlassen.
00:45:11: Und es wird auch eine tiefe Liturgie werden.
00:45:14: Also das würde schon sein.
00:45:17: Die haben gefragt was ich mir vornehme oder so?
00:45:20: Da kann ich mich nichts vornehmen weil ich die Bischofsreihe habe den ganzen Tag.
00:45:28: Das ist Werdy Wischofsweihe.
00:45:30: Ich freue mich drauf, und wir haben gestern schon mal mit dem Zeremonial das mal durchgesprochen.
00:45:38: Da sind ja auch so die Abläufe wie das geht.
00:45:43: Das ist recht formalistisch oder sehr praktisch aber das muss auch sein ... ich komme aus einem Theater, es muss gut abgesprochen werden damit dass in die Tiefe erlebt werden kann wenn man nur daran zu tun hat, damit alles gut läuft und der Leuchter nicht umfällt.
00:46:02: Und also im aktuellen Geschehen dann ist das Feiern oder das Wahrnehmen des Eintauchen was anderes als wenn die äußere Form geklärt ist und man weiß wie das läuft wo die Juden sind.
00:46:15: denn kommt noch mal etwas ganz anderes auch zum Schwingen in der Tiefe als wenn man nur dann plötzlich spontan da irgendwas regeln muss und weil man es geübt oder besprochen hat.
00:46:29: Deshalb halte ich das für sehr wichtig, auch so was gut vorzubereiten.
00:46:34: Die Messlinner werden noch mal üben
00:46:36: und
00:46:38: damit dass auch eine gute Runde feier wird.
00:46:41: also sie muss nicht perfekt sein.
00:46:43: es geht nicht um Perfektionismus aber dass man weiß das kommt jetzt dran das ist so und da muss man sich nicht um das äußere kümmern sondern man kann sich auf das innere konzentrieren was da passiert sich da eintauchen und kann sich auf ein Gerüst stützen, das schon aufgestellt ist.
00:47:03: Das mag ich eigentlich so
00:47:06: auch.
00:47:06: Jetzt sind wir wieder am Anfang.
00:47:08: Da kommt was zum Schwingen hast du gerade gesagt?
00:47:11: Wir sind bei den schwingenden Seiten der Geige vielleicht.
00:47:15: Bei dem, was stimmig ist, was gut miteinander harmoniert.
00:47:21: Ich glaube, dass das wesentliche Kriterien auch in einer Berufung und in einer Klärung sind.
00:47:26: In der Frage was ist für mich die Berufung?
00:47:29: Wie klingt das miteinander?
00:47:31: Du hast
00:47:33: mit den vierfachen Kreisen angefangen.
00:47:35: Wie klingt das auch mit dem zusammen, was Gott für mich wird?
00:47:38: Ich finde es ein
00:47:39: ganz schönes Bild jetzt.
00:47:42: Vielen Dank!
00:47:43: Danke.
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