Folge 15 - Ansgar
Shownotes
Hamburg ohne Ansgar? Undenkbar. Der „Apostel des Nordens" (ca. 801–865) war Mönch in Corbie, Missionar in Dänemark und Schweden, erster Erzbischof von Hamburg-Bremen – und einer, der mit ansehen musste, wie das, was er aufgebaut hatte, mehrfach in Trümmern lag. Trotzdem: kein Zähneknirschen, kein Aktionismus, sondern ein stilles Vertrauen, das sein Biograph Rimbert immer wieder beschreibt. Christian & Christian gehen mit Euch in dieser Folge auf Spurensuche: Was hat dieser Mann aus dem 9. Jahrhundert einer Stadt wie Hamburg im Jahr 2026 noch zu sagen? Wie geht eigentlich Mission ohne Macht? Und warum kann gerade einer, der so oft „gescheitert" ist, ein Heiliger zum Aufatmen sein? Gedenktag: 3. Februar. Ein gesegnetes Hörerlebnis wünschen wir Euch!
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00:00:00: Was macht man, wenn das gesamte Lebenswerk in Flammen aufgeht?
00:00:04: Wir sprechen heute über Ansgar.
00:00:06: Den Apostel des Nordens und warum er ausgerechnet im Jahr ist, dass unser Vorbild für Resehens sein kann.
00:00:19: Mein Name ist Pater Christian Modemann.
00:00:21: Ich bin Jesuit Priester Lehrer hier in Hamburg.
00:00:24: Und ich bin Christian Busemann, Journalist, Autor fürs Fernsehen.
00:00:27: Und wir sprechen hierbei.
00:00:28: Zeitnis auf, atmen Sie immer!
00:00:30: über das Glaubensteam ausgehen von unseren eigenen Erfahrungen.
00:00:33: Und wie es bei uns so üblich ist, wird vorab gebetet und damit die Folge unter einen guten Segen gestellt.
00:00:39: kann man das eigentlich so sagen?
00:00:40: Ja.
00:00:41: Christian du hast dein Gebet rausgesucht.
00:00:43: bitte alle gerne mitbeten dann hat's noch mehr Kraft.
00:00:46: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
00:00:51: Amen!
00:00:51: Dich Quelle des ewigen Lichtes den Allmächtigen Gott rufen wir an dich bitten wir sende deine Wahrheit in unsere Herzen hinein Und durchströme uns mit der Klarheit Deines neuen Lichts.
00:01:03: Durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn.
00:01:07: Amen!
00:01:08: Das war ein Gebet vom Heiligen Ansgar.
00:01:11: Wir sind heute um den Heiligen Anzgar gehen und es ist nicht viel von ihm überliefert.
00:01:15: aber die Pigmenter, die Gewürze, die er aufgeschrieben hat... Es sind kurze Gebete nach den Psalmen, die Er offenbar wie in der ganzen Tradition der Kirche viele Psalmen gebetet wurden, aufgeschrieben hat.
00:01:28: Also sozusagen als Reaktion auf das was er gebetete hat, hat er noch mal persönliche Gebete formuliert und das war eines davon.
00:01:36: Das sind nicht viele Dinge aber das ist von ihm persönlich überliefert.
00:01:39: Das heißt sie hat Psalm gebeten oder hat daraufhin nochmal so zu sagen eine Reflektion darauf geschrieben?
00:01:46: Das bietet sich sowieso an, wenn man mit der Bibel betet.
00:01:50: Dass man sozusagen wie ihn erhält einen Schritt zurückmacht und dann nochmal versucht tatsächlich auch selber in die Anrede Gottes zu gehen.
00:01:57: Dieses Du mit dem eigenen Worten, mit den eigenen Gedanken noch mal anzusprechen und zu formulieren was mir davon bleibt aus dem Gebet, was ich da gerade gelesen oder gebetet habe.
00:02:09: Ja das kann also etwas sein, was Ich nochmal festgestellt habe durch die Worte, die ich gelesen hab.
00:02:14: Ich könnte aber auch das, was ich gerade gelesen habe noch mal versuchen mit meinen Worten an sozusagen sein.
00:02:19: Das ist einmal durch mein Filter gelaufen.
00:02:20: Ich
00:02:21: finde es ganz spannend dass so ein Mensch der jetzt Jan nun schon tausend zweihundert Jahre vor unserer Zeit gelebt hat auf diese Weise für uns nahe kommt.
00:02:30: also ganz verständlich wie er auf Dinge reagiert wie er versucht in seinen Worten das nochmal aufzuschreiben.
00:02:38: Aber so eine absurde Zeit, tausendswo hundert Jahre?
00:02:41: Man hat gar keine Vorstellung davon, wie es auch nur so ansatzweise aussehen könnte oder ausgesehen hat.
00:02:48: Abseits von natürlich den Filmen, die wir alle schon mal dazu gesehen haben was dann in einem frühen Mittelalter spielt
00:02:54: aber... Karl der Große!
00:02:56: Es gibt wenig Überlieferung.
00:02:57: also das muss eine sehr wilde Zeit gewesen sein sozusagen.
00:03:00: Du bist da.
00:03:01: Wie auch immer so dunkel.
00:03:02: Genau.
00:03:03: Schauen wir mal.
00:03:05: Halt, nein.
00:03:06: Wann bist du dem Heiligen Ansgar das erste Mal begegnet?
00:03:09: Ich bin dem Heilige Ansgar erst mal begegnete hier als ich mich bei dir Glaubenskurs angemeldet habe – bei der KGI in Hamburg und wir in die Küche gemeinsam gegangen sind.
00:03:22: Das ist der eine Arm, wo wir uns dann in die Kirche und habt ihr auch gesungen!
00:03:26: Und da bin ich zum ersten Mal im Ansgar begegnert.
00:03:29: Vorher hatte ich mit Ansgar noch nicht so viel So viele Begegnungen nicht so viel zu tun.
00:03:34: Ich war immer eher der Franziskus-Fan, weil ich halt so regelmäßig in Italien war und Franziskuss mich also auch.
00:03:42: ein bisschen wichtiger Heilige im meinem Leben ist aber vorher nicht.
00:03:48: Und du?
00:03:50: Ich kann es gerne erzählen, ich bin nur für die Zuhörer.
00:03:52: Also wir haben hier im kleinen Michel, wer den kleinen Michel noch nicht kennt eine Statue vom Heiligen Ansgar direkt am Eingang wo man auch Kerzen anzünden kann und eine Relik wie vom Heilige Ansgar ein Stück seiner Elle also seines Armes unter dem Altar in einem goldenen Schrein, den man auch tatsächlich von außen sehen kann.
00:04:11: Ja
00:04:12: ich war gerade nochmal da Ich hab's mir mal anguckt.
00:04:14: Wenn du es nicht weißt, dann macht man da ja erst mal gar nicht so drauf.
00:04:18: Könnt ihr jetzt auch irgendwie Design sein?
00:04:20: Also wenn du hinten in der letzten Reihe, dann siehst du zwar ... Da ist ein kleines Fenster hin und bin aber noch einmal ganz gezielt hingegangen.
00:04:27: Das ist schon immer speziell!
00:04:41: habe mich einfach darauf eingelassen, da war so eine Liste von Themen die man bearbeiten sollte und da hab ich mich gemeldet ohne zu ahnen worauf ich mich eingelassene habe.
00:04:49: Aber er ist mir sehr nahe gekommen.
00:04:51: damals ein Mensch der aus ursprünglich aus Frankreich stammt mit fünf Jahren schon ins Benediktiner Kloster eingetreten ist und Münch geworden.
00:05:02: Warum ist er mit fünf Jahren schon ins Kloster?
00:05:04: Seine Mutter ist gestorben.
00:05:06: Und offenbar wusste der Vater nicht so recht, was er mit ihm machen sollte.
00:05:09: und dann gibt man ihn lieber ins Kloster und so ist er in die Schule auch gegangen.
00:05:12: Das war damals nicht unüblich aber erst dann tatsächlich auch eingetreten.
00:05:17: Ist Mönch geworden und dann an die Weser nach Korvaj geschickt worden wo man ein neues Kloster gegründet hat.
00:05:24: Es hat auch Schulleiter geworden Lehrer geworden.
00:05:27: das war damals auch mein Ziel.
00:05:28: insofern fand ich irgendwie attraktiv.
00:05:30: Er hat dann sehr viel missionarischen Eifer-Freude gehabt und ist in den Norden gegangen.
00:05:37: Und das ist eben jetzt ein Tausend zweihundert Jahre her, achthundertzechsundzwanzig, dass er das erste Mal nach Dänemark gegangen ist um dort zu missionieren im christlichen Glauben zu verkünden mit ganz einfachen Mitteln.
00:05:49: Geschenke mitgenommen, kostbare Bücher die man ja damals noch von Hand in den Klöstern aufgeschrieben hat.
00:05:56: Die sind bei einem Sturm alle verloren gegangen.
00:05:58: und also es war jetzt nicht so ein Leben von Erfolg gekrönt.
00:06:03: aber er hat da nicht aufgegeben sondern hat weiter diese frohe Botschaft irgendwie an Menschen verkündet die auch erstmal von der Sprache her nicht seine waren.
00:06:13: dann musste er sich erst darauf einstellen auf die Sprache wahrscheinlich auch Sprache lernen und er hat Zeit seines Lebens darauf gehofft, dass er Märtyrer würde.
00:06:22: Das war sein großes Vorbild wie Bonifaceus oder so die großen Mönche-Missionare, die Märtyra wurden.
00:06:28: das ist ihm nicht vergönt gewesen.
00:06:31: Ja da gibt es ja noch so eine Bezeichnung aber der kommen wir nachher nochmal zu.
00:06:34: ich habe jetzt aber einmal nochmal eine Frage erst mal ganz banal.
00:06:38: der heißt Ansgar und kommt aus Frankreich.
00:06:41: das heißt hieß er wirklich Ansgar?
00:06:43: Oder hatte sich den Namen dort bekommen?
00:06:45: weißt du da was?
00:06:47: Da gibt es auch wirklich Untersuchungen und Forschungen drüber, also in Frankreich heißt dieser Name Oscar oder Onchère.
00:06:54: Das ist alles derselbe Name aber es ist irgendwie ein sächsischer Name im Nordfrankreich.
00:06:59: das ist schon ungewöhnlich.
00:07:01: einige Wissenschaftler behaupten dass vielleicht seine Familie aus Sachsen nach Frankreich ausgewandert ist ja sozusagen einen Namen der Vorfahren übernommen hat Aber den hat der Zeit seines Lebens dann eben behalten, diesen Namen.
00:07:14: Der ihn auch mit dem Sachsenreich und mit dem wo er später das Kloster hat gründen dürfen verbunden hat.
00:07:23: Jetzt ist der losgezogen against all odds Ich meine, der verlässt das Kluster weil er geschickt wurde.
00:07:30: Also es heißt... Er hat richtig einen Auftrag bekommen.
00:07:32: Dort gehst du hin Du gehst jetzt missionieren Und dann schauen wir mal dass du dort die Heiden alle zum Gott.
00:07:40: Wobei dieses Heidenmissionieren nicht das erste Ziel war, es war im Mittelalter tatsächlich.
00:07:46: Das erste Ziel ist, dass geschickt werden, wohin ich nicht gehen will in die Fremde geschickt werde – die Perigrinazio also das Pilgern in der Fremd.
00:07:57: Eigentlich wirklich tatsächlich etwas zu suchen Wo ich aus meiner Komfortzone hinaus gehe, so würden wir heute sozusagen.
00:08:05: Das war das Ziel!
00:08:07: Okay, das heißt er hat keine Aufgabe noch bekommen darüber hinaus sondern als Aufgabe für ihn.
00:08:13: du gehst jetzt los und du pegerst in die Fremde.
00:08:16: Das ist der eigentliche sozusagen innerliche Grund und dann gibt es eine Aufgabe, da musst du ein Kloster gründen.
00:08:21: Da soll ne Schule gegründet werden und so.
00:08:24: aber das sind sekundäre Gründe.
00:08:25: Es war nicht so funktional wie wir heute vorgehen sondern es war wirklich dieses in der Fremde sein um mit Christus, der in der Fremde war näher in Beziehung zu kommen.
00:08:37: Diese Einsamkeit zu suchen was die Mönchsväter sozusagen wir haben darüber gesprochen in der Wüste gemacht haben das war im Mittelalter in ein fremdes Land gehen wo irgendwelche Leute wild unkultiviert leben und ich mich frempfühle und die Sprache nicht kann tatsächlich so zu sagen einen Leiden zu suchen wenn man so will was mich näher mit Christus verbindet.
00:08:59: Und dann hat das aber Früchte gebracht, nämlich eben dass solche Leute auch den Glauben an andere verkündet
00:09:05: haben und hatte er eine Art Vorbild.
00:09:09: also gab es Menschen denen er nachgefolgt ist.
00:09:13: sozusagen in diesem Tun waren das die Wüstenväter
00:09:17: Das waren auf entfernte Weise die Wüstenväter, das war ein paar Jahrhunderte vorher.
00:09:21: Und konkrete Vorbilder waren die iroschottischen Mönche, die im sechsten Siebten also vor allem dann siebte und achten Jahrhundert von der Insel, also von Britannien ans Festland gekommen sind und hier den Glauben verkündet haben.
00:09:36: Das waren die eigentlichen Vorläufer, warum wir hier christlich geworden sind.
00:09:40: Also das ist über diese Mönche gekommen und das war dann hundert Jahre her.
00:09:45: Und das war für ihn sicher ein Vorbild wie der heilige Munifatius usw.
00:09:49: Es gibt in der Biografie von Ansgar einen brutalen Wendepunkt.
00:09:56: Das ging nicht so, als würde ich das alles wissen.
00:09:58: Aber ich hab mir das natürlich nur angelesen.
00:09:59: Was ist da in Hamburg denn genau passiert?
00:10:02: Also im Hamburg, das muss man auch noch dazu sagen ... Man sieht ja Ansgar, wir haben zwar hier in der Kirche im kleinen Michel die Reliquir, es gibt auf der Trostbrücke eine Stadttour und unterschiedliche Hinweise.
00:10:15: Es wird ein Ansgarpreis oder eine Medaille verliehen für Ehrenabend oder so.
00:10:19: Rathaus gibt's, Wandgemälde auch noch usw.
00:10:22: Das ist eine große wichtige ... Personen für die Stadt.
00:10:26: Aber was ist genau, achthundertfünfvierzig?
00:10:28: Was ist da in Hamburg denn genau passiert?
00:10:30: und...
00:10:31: Da ging das alles in Flammen auf.
00:10:33: also er hat nachdem er hier in den Norden geschickt wurde.
00:10:37: Achtundundsechsundzwanzig das erste Mal eben Richtung Dänemark.
00:10:41: Hamburg immer wieder als einen Ort als einen Hafen, als einen Ort gefunden von wo aus er losging.
00:10:48: Hamburg war damals klein.
00:10:49: man kann das heute noch am Platz da neben Sankt Petri gut finden.
00:10:54: Da gibt es ja auch so eine Möglichkeit in einem Café etwas hinunter zu steigen.
00:10:59: Da sind Reste vom Tor noch von dem Steintor zu finden.
00:11:03: Das war der Ursprung von Hamburg die Hammerburg und dort hat Ansgar wohl auch eine kleine Kirche gebaut, wahrscheinlich dort wo heute St.
00:11:12: Petri ist also der Chor von St.
00:11:14: Peter ist.
00:11:14: da hat man noch nie gegraben unter dem Chor aber wahrscheinlich befand sich dort diese erste Kapelle von Ansgar der in Hamburg eben so seine Station errichtet hat.
00:11:24: das war alles sehr fragil und mit Holz und Palisaden und Steinmauer und aber eben noch ganz einfach.
00:11:31: Und dann ist es gewachsen Und eighthundertfünfundvierzig sind die Wikinger gekommen und haben alles platt gemacht, angezündet.
00:11:38: Die Stadt wurde geschleift sozusagen und dann musste er fliehen nach Bremen.
00:11:45: Also es war ein brutaler Wendepunkt ja aber das waren nicht der erste brutale Wendelpunkt würde ich sagen sondern er hat immer wieder große Rückschläge erlebt also dass das was sie sich eigentlich aufgebaut hat was er eigentlich gedacht hat irgendwie dann doch nicht funktionierte die Taufe dieses dänischen Königs.
00:12:03: und dann ist er nach Birka gefahren.
00:12:06: In Dienemark?
00:12:07: In
00:12:07: Birkas in Schweden,
00:12:08: eine Insel
00:12:09: in der Nähe von Stockholm.
00:12:11: Wir sind letztes Jahr mit einer Reisegruppe mal da gewesen ein ganz interessanter Ort.
00:12:16: ich habe mich lange gefragt warum musste der auf diese irgendwie dieser eine Insell wo noch nichtmals der König gewohnt hat aber es war eine Beerdigungsinsel vielleicht so ein bisschen wie Stonehenge sozusagen einen Ort wo besondere Menschen oder vor allem eben auch die Wikinger beerdigt haben.
00:12:32: Man sieht heute noch diese Hügel, es müssen über fünftausend Gräber auf dieser relativ überschaubaren Insel gewesen sein und dort wollte er unbedingt hin.
00:12:42: Auch im Sinne der Mission vielleicht diesen Ort kennenlernen aber auch diesen Ort wo sozusagen Himmel und Erde sich begegnen ja das Tor zum Himmel oder irgendwie diese Begegnung mit den Vorfahren Das sind wichtige sozusagen heilige Orte die ja auch besuchen von denen er auch sozusagen die Mission ausgehen lassen wollte.
00:13:02: Aber er hat immer wieder neue Wege probiert und immer wieder gab es Rückschläge, das war einer davon.
00:13:08: Es ist das was wir von Ansgar mitnehmen dieses Never-Gewarp, immer wieder neu ansetzen und selbst nach der ärgsten Niederlage und dem Überfall und Branden und alle Bücher und Schriften weg dann wieder am nächsten Morgen im Mundaputzen weitermachen.
00:13:28: Ich finde das total faszinierend, weil er ja kaum Ressourcen hat.
00:13:33: Man denkt dann der erste Bischof und toll!
00:13:35: Ja, dann hatte er das Pallium bekommen wann auch immer genau aber... Das war alles sehr prekär.
00:13:41: also der wird keine großen Stab gehabt haben kein Backoffice und keine Reichtümer mit denen er da arbeiten konnte.
00:13:49: Aber er hat irgendwie doch diese Verbundenheit im Gebet Und das find ich an diesen Pigmenter so schön dass man merkt Der War Im Gebet verwurzelt.
00:13:57: es gibt eine heiligen Legende, die das hinterher ein bisschen alles ausschmückt von seinem Schüler und Rimbert Nachfolger sozusagen.
00:14:04: Der hat sein Leben aufgeschrieben.
00:14:06: von ihm selbst gibt es eigentlich wenig.
00:14:08: ich finde das faszinierend wie er sich auf diese andere Kultur eingelassen hat und aus einem Vertrauen offenbar auch dass er dem Herrn dadurch nahe kommt ohne Angst fast im Gegenteil immer das Abenteuer zu suchen die Herausforderung die Grenzen zu suchen immer da neue Wege gegangen
00:14:27: ist.
00:14:28: Wird er denn jetzt in Schweden?
00:14:29: Es wird ja in diesem Jahr ist das Ansgarjahr, tausend zweihundert Jahre.
00:14:34: Das Ansgarfest wird jedes Jahr hier im Februar gefeiert zusammen mit Burtstag.
00:14:39: aber in Schwedern sagt es du isst das immer zu finksten
00:14:44: oder... In diesem Jahr wird es in Dänemark und Riebe dort
00:14:48: wo
00:14:49: wo er eben dann vor tausendstwochundert Jahren zum ersten Mal auch war.
00:14:53: Besonders groß gefeiert, da war auch eine evangelische Pastorin jetzt hier bei dritten Februar das sein Todestag ist.
00:15:00: Bei Heiligen feiert man ja immer den Todestak, den Geburtstag für den Himmel sozusagen.
00:15:05: die hat uns da alle eingeladen also mit ihnen zu feiern in Ribe in diesem besonderen Jahr.
00:15:11: ob er sonst so in Dänemark so groß verehrt wird weiß ich gar nicht Aber in Schweden teilweise auch.
00:15:18: Man erinnert sich, aber als wir auf Birka waren mit einem Reiseführer fand der das ganz interessant, dass wir wegen Ansgar gekommen haben.
00:15:26: Die meisten kommen wegen der Wikinger und ihrer Gräber also... Der selber war auch als ein Wikinger verkleidet und da gibt es einen Wikingermuseum!
00:15:33: Und als wir dann sagten ne, nee, wir wollten sehen wo die Ansgar-Kapelle ist?
00:15:37: Da gibts ein Kreuz und eine Kapelle.
00:15:39: Ach so, ach ja!
00:15:40: Dann war er ganz interessiert und fand das auch gut hat darüber auch erzählt Aber er ist nicht so bekannt als ein großer Heiliger.
00:15:48: Er wird nicht so verehrt in der Ortodoxenkirche interessanterweise aber auch, es gibt ja hier in Hamburg auch die Russisch-Ortodoxekirche.
00:15:56: Die sind ganz große Verehrer des heiligen Ansgar auch.
00:16:00: In der Vergangenheit kamen sie auch regelmäßig um hier einen Gottesdienst zu feiern am Ansgartag oder in der Woche danach.
00:16:07: Du hattest das schon einmal angerissen?
00:16:09: Er wollte gerne mehr Türen sterben.
00:16:14: Und jetzt habe ich gelesen, dass er als er achthundertfünfundsechzig gestorben in Bremen.
00:16:21: Eines natürlichen Todes und das war für die damalige Zeit fast eine Gänsefüßchen-Enttäuschung.
00:16:29: Die Kirche löste dann das Rätsel des Designs lebendvoller Entbehrungen und Flucht vor allem nach Wikinger Überfall auf Hamburg als weißes Mathyrium bezeichnete.
00:16:40: also was heißt das?
00:16:41: Mehrtyralight
00:16:43: Glaubenszeuge.
00:16:46: Seit wann gibt es eigentlich Heilige?
00:16:48: Das ist ja die offizielle Heilig-Sprechung, gibt es erst ... Ab neunhundert ungefähr, oder ich voraus wurde erste.
00:16:55: Zu dieser Zeit von Ansgar waren heilige eigentlich Märtyrer sozusagen.
00:16:59: das war immer ursprünglich die Idee.
00:17:02: es gab auch schon andere Heilige.
00:17:03: der heiligen Nikolaus wurde auch verehrt obwohl er nicht als Märtyre gestorben war.
00:17:08: aber in der Regel waren die Märtyra die sozusagen als Heilige direkt auch verehrt wurden und man hat ja von Anfang an über den Gräbern der Märtyrar den Gottesdienst gefeiert.
00:17:19: Das sind die Glaubenszeugen, die ihr Leben für den Glauben gelassen haben und über diesen Gräbern feiert man an den Gottesdiets.
00:17:27: Daher kommt es auch sozusagen mit den Reliquien also dass man sich des Ortes erinnert wo er begraben wurde und dort drüber den Altar dann errichtete.
00:17:37: Und später hat man aber entdeckt naja ist ja nicht unbedingt nur das Materium das sozusagen die Heiligkeit ausmacht.
00:17:44: heilig ist sowieso nur Gott Und Menschen, die mit ihm verbunden sind auf eine besondere Art und Weise haben Teil an dieser Heiligkeit.
00:17:52: Und sind in der Hoffnung der Christen schon jetzt mit Gott im Himmel verbunden das was uns einst alle hoffentlich mal erwartet.
00:18:01: Im Vertrauen auf diese Verbundenheit mit Gott dass sie sozusagen jetzt schon bei Gott im himmel sind können Sie für uns Fürsprache halten!
00:18:10: Das können dann auch die Glaubenszeugung und Weiße Märtyrer, weil man eben bei seinem Fest die Farbe weiß trägt.
00:18:17: Also bei Märtyren, die ihr Leben mit dem Blut gegeben haben, trägt man liturgisches Rot und eben bei Glaubenszeugen ist die liturgische Farbe das Weiß.
00:18:27: Und er ist in diesem Sinne ein Glaubeszeuge der auf eine natürliche Art nach langer Krankheit gestorben ist und trotzdem ganz viel Verehrung von Anfang an auch erfahren hat.
00:18:39: Die Reliquien im Bremer Dom wurden in der Reformation aus seinem Grab herausgenommen.
00:18:45: Im Bremer Dom kann man die Stelle des Grabs noch finden, die ist markiert aber das Grab ist leer und man wusste lange nicht wo diese Religien waren.
00:18:53: und dann hat man in Hildesheim welche gefunden und dass es eine ganz spannende Geschichte kamen dann irgendwann auch eben nach Hamburg beziehungsweise auch im Marindom gibt's eine Leihgabe aus Hildeshalm und da hat man häufiger gefragt Ob das denn jetzt echte Reliquien
00:19:10: sind, dass
00:19:10: natürlich immer eine spannende Feinde.
00:19:12: hat man das auch untersucht.
00:19:13: Also medizinisch sozusagen historisch untersucht und hat festgestellt also diese Knochen sind von einem Mann der sechzig Jahre alt geworden ist, der im neunten Jahrhundert gelebt hat, der ein Meter sechszig groß war.
00:19:28: Insofern deutet sehr viel darauf hin, dass es tatsächlich die Reliquien vom Heiligen Ansgar sind.
00:19:32: und ein weiteres Zeichen gibt es noch sogenannte Harris-Linien in den Knochen.
00:19:37: Die auf eine Krankheit hindeuten.
00:19:39: also in den knochen kann man offenbar Krankheiten auch feststellen.
00:19:43: Es muss einen mensch gewesen sein der im jungem Alter als sich die knochen ausgebildet haben Sehrviel Trauer Schmerz und Traurigkeit empfunden hat.
00:19:53: das zeigt diese Linie Die auch psychische Dinge
00:19:58: bilden sich
00:19:59: in den Knochen ab.
00:20:00: Und dann kann man überlegen, dass der mit fünf Jahren seine Mutter verloren hat.
00:20:06: Insofern könnte das auch passen.
00:20:07: Aber das ist jetzt Spekulation am Ende ja.
00:20:11: Frage ist ja was bedeuten diese Relikien eigentlich?
00:20:14: Was hat man wenn man weiß, dass die jetzt echt sind oder nicht echt sind?
00:20:19: Was macht man eigentlich mit Relikionen?
00:20:22: Ja ich finde ... Das ist in dem Moment, eine Reliquie vor dir hast, du bist an dem Ort.
00:20:28: Dann hilft mir das persönlich so innerlich umzuschalten.
00:20:33: also wenn ich ne Reliquia sehe auch in Italien ja von Franziskus dann fällt es mir leichter mich sozusagen die Szene von damals noch mal vorzustellen möchte ein bisschen reinzufühlen und zu nochmal anders in Verbindung zu kommen.
00:20:48: man bietet die Heilige nicht an trotzdem ist dieses sich damit verbinden.
00:20:53: Man spricht sie an, um das Sie für einbieten und das finde ich.
00:20:58: Das funktioniert in der Reliquie persönlich, finde ich sehr gut!
00:21:03: Und wie ist es für dich?
00:21:04: Ich find' das faszinierend.
00:21:05: was passiert sowohl bei Ekonen als auch bei Reliquien sieht man ganz oft vor allem in Süddeutschland, in Lateinamerika das Menschen sie berühren.
00:21:16: Das muss man sich im Mittelalter offenbar auch so vorstellen.
00:21:18: also wenn man zu den Reliquien eines Heiligen gegangen sind dann wollte man das berühren und sei es nur dass man den Schreien berührt sozusagen von der Vorstellung da ist eine göttliche Kraft drin und die kann ich sozusagen
00:21:31: nicht aufnehmen.
00:21:32: Das ist natürlich irgendwie eine gewisse magische Vorstellung die wir aus christlicher Sicht teilen können sozusagen, das ist nicht irgendwie magisch.
00:21:43: Aber diese geistliche Dimension, dass die Heiligen tatsächlich eine besondere Kraft von Gott bekommen haben in einer geistlichen Hinsicht und für uns heute noch eine Kraft vermitteln können indem sie für uns eintreten bei Gott und uns damit sozusagen auch helfen auf dem Weg zu Gott Die is ja weiterhin da Und manchmal braucht das eben so körperlichen Ausdruck.
00:22:08: Man kann darüber jetzt lächeln, wenn Leute da irgendwie anfassen und küssen und so ja?
00:22:13: Und trotzdem zeigt es was an einer nicht nur Ehrfurcht sondern auch an eine Hoffnung, an einem Glauben der sich mit diesem Heiligen verbindet.
00:22:21: natürlich glaube ich auch dass Gott uns diese Kraft schenken kann unabhängig ob dieser Knochen jetzt echt ist oder nicht echt ist.
00:22:29: aber der ganze Glaube basiert ja schon auf geschichtlichen Tatsachen.
00:22:35: Also, dass Jesus tatsächlich gelebt hat vor zweitausend Jahren.
00:22:38: Und das Ansgar tatsächlich gelebte hat vor tausendzwarhundert Jahren ist ja nicht egal für meinen Glauben.
00:22:44: Das
00:22:45: macht es fassbar auch?
00:22:46: Es macht es fast bar und historisch greifbar und auch irgendwie bewahrheitet in dieser Welt.
00:22:52: Ja, es is' ja nicht nur eine Idee oder ne kluger Gedanke den ich habe.
00:22:56: der Glaube will ja irgendwie auch Fleisch werden.
00:22:59: also er will ja in dieser welt auch Fassbar, Greifbar Inhandlungen in Beziehungen für andere Menschen, in guten Taten sozusagen sich umgesetzt werden.
00:23:09: Und daran erinnert mich das, dass Glaube auch immer was tatsächlich Fassbares hat.
00:23:16: Und dann näher darauf einzugehen ist gibt bei Netflix, gibt es eine Serie die da heißt?
00:23:22: Schreibt das noch mal an die Show Notes ich meine Geheimnisse des Laums und es handelt eben... Ich mein es sind vier Folgen A-Sechzig Minuten die Reliquien-Vererung in der Welt.
00:23:35: Also wirklich in den unterschiedlichen Kirchen von Südamerika bis Italien logischerweise handelt und wo Historiker, Theologen tatsächlich Menschen, die sich um die Kirche vor Ort kümmern jetzt nicht nur der Küster, die über Reliquieren berichten.
00:23:53: es ist tatsächlich wirklich interessant welche Kraft von den Reliquiern ausgeht und was die Relikviren von unterschiedlichen Menschen auch bewirkt haben.
00:24:05: Ich muss natürlich daran denken, jetzt war grad im Franziskus-Jahr auch Relik wie von Franziskos ausgestellt.
00:24:11: Ich war ein bisschen geschockt als ich das gesehen habe, muss ich ehrlich sagen, dass man seinen Leichtam einfach so da zeigt?
00:24:17: Ich weiß nicht, wie du das erlebt hast...
00:24:19: Ja!
00:24:19: Ich war auf jeden Fall überrascht, wie viele Menschen dort hingegangen sind.
00:24:23: Es war wirklich komplett ausverkauft.
00:24:25: Wir hatten gar keine Möglichkeit mehr gehabt noch irgendwo einen Slot frei zu machen und da auch noch durchzugehen.
00:24:32: Und waren selber überrascht, dass dieser Andrang so groß war, wenn ich das richtig gesehen hab.
00:24:38: Sie öffnen das Grab ... Wenn ich das auch richtig verstanden habe alle zehn Jahre sowieso und machen das sozusagen in einem kleinen Kreis.
00:24:46: Jetzt haben sie jetzt einen besonderen Jahr zum Geburtstag von Franziskus oder Todestag?
00:24:53: Weil Todesjahr ... Todesja, ne?
00:24:55: Todesjarvon Franziskos.
00:24:57: Haben die dann gedacht, wir machen das mal öffentlich?
00:25:00: Und was sieht man dann?
00:25:01: Das ist ja ganz eigentlich erbärmlich.
00:25:06: Also sozusagen, was man da sieht sind Knochen von einem mehr oder weniger großen Menschen das, was übrig bleibt am Ende und es ist nicht viel.
00:25:16: Eigentlich könntest du sagen, da siehst du ja, was rauskommt am Ende.
00:25:20: Vielleicht aber auch ganz gut für einige.
00:25:23: Genau!
00:25:24: Vielleicht auch ganz genau.
00:25:26: Was du jetzt gerade noch gesagt hast ... Auch da waren ja die Bilder, Menschen, die ihre Hände auf die Glasfläche legen von der Schränkchen, wo er aufbewahrt war.
00:25:38: Die sich da ... die Kraft, die Kontakt, dieses haptisch ... Den gab's ja wirklich!
00:25:44: Schau mal halt, ich hab dir die Knochen gesehen.
00:25:46: Es war wirklich da.
00:25:48: Das ist nicht nur eine erfundene Figur.
00:25:50: Ich hab daran teilzunehmen, weil es einfach vielen sehr wichtig gewesen.
00:25:56: Und gleichzeitig liegt da so ein Paradox drin.
00:25:58: Also die historische Wahrheit kann man sozusagen darin finden, also wie wir historische Wahrheiten überhaupt begreifen können.
00:26:05: in dem Maße und gleichzeitig ist es das Paradox des Glaubens.
00:26:09: Man sieht tote Knochen und glaubt erlebt ja?
00:26:13: Man sieht das Kreuz und glaubte Liebe!
00:26:16: Das ist ja so das Paradoks unseres Glauben dass wenn man etwas schaut und was anderes Dabei denkt, ich glaube das macht es manchen so schwer auch da sozusagen diesen Zugang zu finden.
00:26:28: Man sieht ein Stück Brot und denkt Präsenz das größte Geschenk des Herrn.
00:26:32: also so ja ist immer das was man eben gerade nicht sieht.
00:26:36: Das ist bei Reliquien gerade auch so im Mittelalter.
00:26:39: Haben Sie dann manchmal sogar Blumen darum gemacht, um das deutlich zu machen?
00:26:43: Gärtchen gestaltet mit Knochen ... Wenn man heute Reliquienschreine findet, irgendwelche Art, wirkt das manchmal ein bisschen kitschig.
00:26:51: Aber die Freude darüber, dass da noch etwas anderes ist als was, was wir mit den Augen sehen.
00:26:56: Ja!
00:26:57: Ach ich mag Reliquian
00:27:00: und Heilige.
00:27:01: Ich
00:27:01: mag Relikian und Heilige wirklich also... kommen ja ursprünglich vom evangelischen Herr und da ist das ja nun gar nicht Usus.
00:27:09: Das geht ja gar nicht
00:27:10: dazu.".
00:27:11: Das stimmt, die Heiligen gehören nicht so zu diesem Alltag.
00:27:14: und dann bin ich immer wieder erstaunt welche Bedeutung der heilige Ansgar hier im Norden auch für die evangelische Kirche hat als ein Vorbild dem Glauben, als sein Glaubenszeuge.
00:27:22: Und dass wir gemeinsam da diese Feier jedes Jahr in St.
00:27:26: Petri als FESPA gestalten mit allen Christlichen Konfessionen, das ist schon auch was Besonderes, was zusammenführt wo wir merken es braucht die Glaubenszeugen in dieser Welt damals und heute.
00:27:39: Haben wir noch etwas vor wie sagen können?
00:27:41: Das ist sozusagen der lange Atem Der Moment des Ausatmens den wir bzw.
00:27:47: des Aufatmens Den wir den uns Ansgar ermöglicht noch einen guten Beispiel mal wieder gescheitert, dann nimm dir ein Beispiel an den guten Ansgar.
00:27:58: Der ist immer wieder aufgestanden.
00:28:00: Ich habe noch ein Gebet das in Hamburg zur Ansgarwoche immer wieder gebetet wird wo das auch sehr schön deutlich wird dass er einen langen Atem hat und als Quelle, Ursprung des ewigen Lichtes Gott anruft.
00:28:17: Den Beschützer der Seelen, den Bewahrern des Bundes, den Freunden Heiligen.
00:28:21: Davon war sein Leben und auch sein Sterben erfüllt.
00:28:25: Und immer wieder neu anzufangen.
00:28:27: wenn wir uns hier auf diese Spuren begeben in Hamburg, Bremen oder Rammelsloh.
00:28:31: Diese ganz einfachen und manchmal ja... Schlichten, Bauwerke, diese schlichten Herangehensweisen sehen und daran erinnern können was daraus alles entstanden ist.
00:28:42: Dann ist es sicher eine Ermutigung auch in diesen Zeiten wo manchmal vieles zusammenbricht sich verändert wo wir nicht wissen wie es weitergeht diese Hoffnung nicht zu verlieren.
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